19.03.2019 | Verkehr & Mobilität Pflicht für Autofahrer amtlich! Zu diesen Fristen müsst ihr euren Führerschein tauschen

Bis spätestens 2033 müssen alte Führerscheine gegen einen EU-Führerschein im Scheckkartenformat umgetauscht werden. Um die die alten Lappen effektiv aus dem Verkehr zu ziehen, wurde in der deutschen Führerschein-Verordnung ein Stufenplan eingeführt. So sieht er aus.

Foto: Federico Gambarini/dpa

Die Zahl ist enorm: In Deutschland sind geschätzt noch 43 Millionen alte Führerscheine in den Geldbeuteln und Brieftaschen. „Alt“ bedeutet, dass die Dokumente nicht den Vorstellungen der Europäischen Union entsprechen. Der ADAC geht davon aus, dass sich die Zahl auf rund 15 Millionen Papier- und weitere 28 Millionen Scheckkartenführerscheine verteilt.

Brüssel will die ausgestellten Führerscheine in der EU fälschungssicherer machen, mit modernen Sicherheitsstandards. Eine EU-Richtlinie sieht den Umtausch aller vor 2013 ausgegebenen Führerscheine vor. Die EU hat eine Deadline gesetzt, bis wann alle alten Dokumente verschwunden sein sollen: bis zum 19. Januar 2033

Am Dienstag (19.03.) ist die neue Führerschein-Verordnung in Kraft getreten. Damit ist auch das Vorgehen des Bundes geregelt, wie der Umtausch der alten Führerscheine ablaufen soll. Die Politiker in Berlin wollen den Umtausch schon früher über die Bühne bekommen, als von Brüssel gewünscht. Dafür wurde ein Stufenplan entwickelt, den Bundesrat und Bundestag verabschiedet hatten.

Fristen: Wann muss wer seinen Führerschein tauschen

Der Umtauschplan des Verkehrsausschusses ist gestaffelt und hängt von zwei Kriterien ab:

  • Geburtsjahr des Führerscheininhabers
  • Ausstellungsdatum der Fahrlizenz

Die unterschiedlichen Fristen sollen dafür sorgen, dass die entsprechenden Behörden durch einen Ansturm nicht überlastet werden und sich der Andrang gleichmäßig verteilt. Vorgesehen ist, dass sich  Besitzer von Führerscheinen, die bis einschließlich 31. Dezember 1998 ausgestellt wurden, bei der Umtauschpflicht an ihrem Geburtsjahr zu orientieren haben. Führerscheinbesitzer, die ab 1999 ausgestellt wurden, müssten auf das Ausstellungsjahr achten.

Für Führerscheine ausgestellt bis einschließlich zum 31. Dezember 1998 gilt:
Geburtsjahr des Führerscheininhabers Tag, bis zu dem der Umtausch erfolgen muss
vor 1953 19. Januar 2033
1953 – 1958 19. Januar 2022
1959 – 1964 19. Januar 2023
1965 – 1970 19. Januar 2024
1971 und später 19. Januar 2025

Der lebenslange Führerschein wird durch die neuen Dokumente jedenfalls Geschichte. Denn die nach dem Umtausch erhaltenen, neuen Führerscheine werden eine Gültigkeit von 15 Jahren haben. Danach wird ein neues Dokument fällig. 

Führerscheine, die ab 1. Januar 1999 und bis 18. Januar 2013 ausgestellt worden sind:
Jahr der Ausstellung Tag, bis zu dem der Umtausch erfolgen muss
1999 – 2001 19. Januar 2026
2002 – 2004 19. Januar 2027
2005 – 2007 19. Januar 2028
2008 19. Januar 2029
2009 19. Januar 2030
2010 19. Januar 2031
2011 19. Januar 2032
2012 – 18. Januar 2013 19. Januar 2033

Das Verfallsdatum bei Führerscheinen und Erneuern im 15-Jahres-Takt ist umstritten. Allerdings gibt es auch Befürworter, die das neue Vorgehen für sinnvoll halten. Nach ihrer Einschätzung lassen sich ältere Führerscheine leichter fälschen. Neue Dokumente, in denen regelmäßig ein aktuelles Passfoto enthalten sein muss, würden das verhindern.

Im Jahr 2033 liegt der letztmögliche Zeitpunkt, seinen alten Führerschein in einen aktuellen EU-Führerschein zu tauschen. Wer das alte Dokument nicht umtauscht, müsste nach jetzigem Stand mit einem Verwarnungsgeld von 10 Euro rechnen. Wer im Ausland mit einem ungültigen EU-Führerschein erwischt wird, dürfte sich auf deutlich höhere Strafen einstellen müssen.

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