15.07.2014 | Verkehr & Mobilität Radl-Saison: Diese Rechte (und Pflichten) haben Fahrradfahrer

Radl-Saison: Diese Rechte (und Pflichten) haben Fahrradfahrer
Das Wetter sowie schlechte Testergebnisse haben der Fahrradbranche einen Absatzeinbruch beschert. Foto: Julian Stratenschulte

Beispielsweise wird das Gebot, dass Radfahrer „einzeln hintereinander“ zu fahren haben, ziemlich oft missachtet. Nebeneinander dürfen sie nur fahren, wenn dadurch „der Verkehr nicht behindert wird“, wenn also die Straße breit genug und wenig befahren ist. Sind gekennzeichnete Radwege da (weißes Rad auf blauem Grund), so müssen sie benutzt werden - auch von Rennradlern.

  • Was bedeutet „Fahrrad frei“?

    Ausnahmen gelten für den Fall, dass die Nutzung des Radwegs – etwa wegen tiefer Löcher oder parkender Pkw nicht zumutbar beziehungsweise möglich ist. Und: Nicht gekennzeichnete Radwege oder Wege mit dem Schild „Fahrradsymbol frei“ dürfen von Radlern befahren werden, müssen es aber nicht.

    Existieren zwei Radwege an einer Straße, so gilt wie sonst auch: rechts fahren. Radler dürfen aber auch auf dem „linken“ Radweg unterwegs sein, also im eigentlichen Gegenverkehr fahren, wenn das Schild „Radweg frei“ das dort gestattet.

  • Was gilt für Kinder?

    Kinder, die noch keine 8 Jahre alt sind, müssen - Kinder von „8 bis 9“ dürfen die Gehwege benutzen. Über Querstraßen müssen die Bambinis und -nos ihren Drahtesel schieben.

  • Wie steht es mit der Geschwindigkeit?

    Auch Radfahrer haben sich an Beschränkungen zu halten. Und auch für sie gilt die allgemeine Regel, dass niemand schneller fahren darf, als es der Verkehrssituation angemessen ist. Das heißt: Auch 20 km/h können „zu schnell“ sein. Denn Unmotorisierte sind optisch und akustisch weniger leicht auszumachen - mit den entsprechenden Folgen bei hoher Geschwindigkeit, wenn sie zum Beispiel von Fußgängern zu spät wahrgenommen werden.

  • und mit dem Sicherheitsabstand?

    Autofahrer müssen einen „ausreichenden Sicherheitsabstand“ einhalten, wenn sie Radfahrer überholen. 1,5 bis 2 Meter sollten es schon sein, da ja auch mit nicht ganz sicheren Verkehrsteilnehmern auf zwei Rädern gerechnet werden muss. Auf Radwegen gilt diese Regel nicht, weil es sonst einem Überholverbot gleichkäme. Und Autofahrer haben Radfahrern auf Zebrastreifen „Vorfahrt“ zu gewähren – aber nur dann, wenn das Zweirad geschoben wird.

  • Ein Rad – zwei „Fahrer“?

    Gepäckträger und Stange eines Fahrrads sind beliebt, um eine zweite Person aufzusatteln. Allerdings sagt die Vorschrift, dass Mitfahrer (nicht älter als 7 Jahre) nur in einem dafür vorgesehenen Sitz Platz nehmen dürfen. Der Fahrer muss mindestens 16 Jahre alt sein. Dabei gilt: Besonders auf die Füße der Kinder muss aufgepasst werden; es muss sichergestellt sein, dass sie nicht in die Speichen geraten.

  • Alkohol am Lenker?

    Eine überraschendes Urteil: „Alkohol am Lenker' kann sogar den Pkw-Führerschein kosten. Werden Radfahrer dabei ertappt, dass sie mit mindestens 1,6 Promille Alkohol im Blut 'am öffentlichen Straßenverkehr teilgenommen' haben (hier waren es sogar 1,9 o/oo), so dürfen sie von der Straßenverkehrsbehörde aufgefordert werden, eine medizinisch-psycho¬logi¬sche Untersuchung (MPU) vornehmen zu lassen, um festzustellen, ob sie 'geeignet' sind, 'fahrerlaubnisfreie Fahrzeuge' (wie ein Fahrrad) zu benutzen. Weigern sie sich, so kann ihnen untersagt werden, Fahrzeuge aller Art - also auch Pkws oder Motorräder - 'auf öffentlichem Verkehrsgrund zu führen'. So entschieden vom Bundesverwaltungsgericht. (AZ: 3 B 102/12)