04.09.2019 | Verkehr & Mobilität Österreich weitet Fahrverbote auf Ski-Saison aus

Nicht nur im Sommer, bald auch im Winter: Das österreichische Bundesland Tirol will seine umstrittenen Fahrverbote auf Landstraßen ausweiten. Man wolle einen Verkehrskollaps durch den Skitourismus verhindern, heißt es.

Foto: Thomas Frey / dpa

Die regionalen Fahrverbote in Tirol sollen auch im Winter gelten. Das gab der Landeschef des österreichischen Bundeslandes, Günther Platter, in Meran bekannt. Die Kombination von Güterverkehr, Skitourismus und Schnee könnte sonst zu einem Verkehrskollaps führen, warnte der Politiker von der konservativen ÖVP. „Dem greifen wir nun vor“, sagte Platter.

Autofahrer dürfen an Wochenenden nicht mehr ausweichen

Seit Ende Juni gelten im Großraum Innsbruck und in den Bezirken Reutte sowie Kufstein an Wochenenden Fahrverbote. Ziel ist es, dass die Reisenden nur die Autobahn und keine Ausweichrouten nutzen. Die Entscheidung führte zu heftiger Kritik aus Deutschland. Tirol pocht auf weitere Schritte wie eine Korridormaut von München bis Verona, um den Lkw-Verkehr über den stark belasteten Brenner zu drosseln.

Fahrverbote zeitlich begrenzt – vorerst

Die derzeitigen Maßnahmen gelten bis 15. September. Verkehrsexperten werden nun die genauen Geltungsbereiche und Zeiträume für den Winter ausarbeiten, sagte die Grüne Ingrid Felipe, die in der Tiroler Regierung für Verkehrsfragen zuständig ist. Seit Ende Juni seien aufgrund der Verbote rund 20.000 Fahrzeuglenker zurückgewiesen worden.

Bayern fordert die Umsetzung des vereinbarten Zehn-Punkte-Maßnahmenplans. «Dazu muss auf österreichischer Seite auch endlich die Mautfreiheit bis Kufstein Süd angegangen werden. So wie wir es im Juli in Berlin gemeinsam vereinbart haben», sagte Verkehrsminister Hans Reichhart