07.11.2018 | Verkehr & Mobilität Sprit-Atlas Bayern: Wo Tanken für euch jetzt am teuersten und billigsten ist

An den Tankstellen kennen die Preise derzeit nur eine Richtung – und zwar nach oben. Bundesweit sind Benzin und Diesel aktuell im Schnitt so teuer wie seit vier bzw. fünf Jahren nicht mehr. In welchen Regionen in Bayern ihr momentan günstiger wegkommt als andere, erfahrt ihr hier.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Fahrt an die Zapfsäule ist für Autofahrer seit mehreren Wochen ein Grund zum Ärgern. Denn an den Tankstellen werden die Spritpreise höher und höher. Und es gibt bereits einzelne Tankstellen, die den Verkauf von Benzin oder Diesel zeitweise sogar ganz einstellen mussten, weil ihnen der Sprit ausgegangen war. Das berichtet Stephan Zieger, Geschäftsführer des Bundesverbands Freier Tankstellen (BFT) in Bonn.

Sprit-Preise in Bayern: So teuer ist Tanken in eurer Region

Fakt ist: Durchschnittlich war Diesel im Oktober so teuer wie seit fast fünf Jahren nicht mehr. Ein Liter kostete im Bundesdurchschnitt 1,38 Euro. Ein Preisvergleich am Mittwoch* (7. November, 7 bis 10 Uhr) lässt erahnen, dass sich dieser Trend fortsetzt. Im Schnitt kostete ein Liter Diesel in Deutschland 1,46 Euro. In Bayern mussten die Autofahrer im Vergleichszeitraum sogar vier Cent mehr bezahlen (1,50 Euro).

Ähnlich ist die Entwicklung beim Benzin. In unserem Sprit-Check zeigt sich, dass auch der Liter Super bei uns in Bayern durchschnittlich vier Cent teurer ist (1,61 Euro) als im Bundesschnitt (1,57 Euro). Aber auch innerhalb der bayerischen Regionen gibt es preisliche Gefälle, wie unser ANTENNE BAYERN-Sprit-Atlas zeigt.

Mittelfranken

So haben die Diesel-Fahrer in Mittelfranken am günstigsten getankt, wenn sie Zapfsäulen in Nürnberg angesteuert haben (1,48 Euro). Zum Vergleich: In Erlangen war der Liter Diesel drei Cent teurer (1,51 Euro).

Ebenso belastend für den Geldbeutel war das Benzin-Tanken in Ansbach und Erlangen. Mit 1,62 Euro im Schnitt zahlten die Autofahrer hier zwei Cent mehr als zum Beispiel in Nürnberg und Fürth

Durchschnittlicher Spritpreis am 7. November (Zeitraum: 7 bis 10 Uhr)
Stadt Diesel Super Benzin
Ansbach 1,50 € 1,62 €
Erlangen 1,51 € 1,62 €
Fürth 1,49 € 1,60 €
Nürnberg 1,48 € 1,60 € 

Niederbayern

In Niederbayern überrascht Landshut mit einem durchschnittlichen Diesel-Preis von 1,46 Euro. Das ist der zweitgünstige Wert in Bayern, nur das oberfränkische Hof war billiger. Als besonders Benziner-freundlich stellte sich die Stadt Passau heraus, in der ein Liter durchschnittlich 1,56 Euro kostete. Im Gegenzug war Passau aber auch der Ort, wo Dieselfahrer so viel zahlen mussten wie nirgendwo sonst in Bayern.

Durchschnittlicher Spritpreis am 7. November (Zeitraum: 7 bis 10 Uhr)
Stadt Diesel Super Benzin
Deggendorf 1,49 € 1,60 €
Landshut 1,46 € 1,60 €
Passau 1,56 € 1,56 €
Straubing 1,51 € 1,59 € 

Oberbayern

In Oberbayern sticht die Stadt Rosenheim positiv hervor. Hier gab es innerhalb des Regierungsbezirks das günstige Preisniveau für Diesel (1,47 Euro) und Super Benzin (1,58 Euro).

Durchschnittlicher Spritpreis am 7. November (Zeitraum: 7 bis 10 Uhr)
Stadt Diesel Super Benzin
Freising 1,50 € 1,61 €
Ingolstadt 1,48 € 1,60 €
München 1,48 € 1,61 €
Rosenheim 1,47 € 1,58 € 

Oberfranken

In Oberfranken gab es in unserem Preisvergleich die einzige Stadt, in der das Diesel-Tanken sogar billiger war als im Bundesschnitt (1,46 Euro). Im Vergleichszeitraum lag der Liter in Hof bei 1,38 Euro. Auch beim Benzin kamen die Hofer mit 1,53 Euro pro Liter billiger weg als anderswo.

Durchschnittlicher Spritpreis am 7. November (Zeitraum: 7 bis 10 Uhr)
Stadt Diesel Super Benzin
Bamberg 1,49 € 1,54 €
Bayreuth 1,47 € 1,58 €
Coburg 1,50 € 1,61 €
Hof 1,38 € 1,53 €

Oberpfalz

In der Oberpfalz haben die Autofahrer in Amberg am wenigsten zu lachen. Innerhalb des Regierungsbezirks ist sowohl der Liter Diesel (1,50 Euro)  als auch der Liter Benzin (1,60 Euro) am teuersten. Regensburg ist im Regionen-internen Vergleich für Dieselfahrer (1,48 Euro) am günstigsten, Benziner sind in Weiden preislich bevorzugt (1,53 Euro).

Durchschnittlicher Spritpreis am 7. November (Zeitraum: 7 bis 10 Uhr)
Stadt Diesel Super Benzin
Amberg 1,50 € 1,60 €
Neumarkt 1,49 € 1,58 €
Regensburg 1,48 € 1,59 €
Weiden 1,50 € 1,53 € 

Schwaben

In Schwaben müssen Benzin-Tanker schlucken, vor allem im Allgäu. Denn in Kempten wurde mit 1,69 Euro bayernweit der höchste Durchschnittspreis für den Liter Super gemessen. 

Durchschnittlicher Spritpreis am 7. November (Zeitraum: 7 bis 10 Uhr)
Stadt Diesel Super Benzin
Augsburg 1,50 € 1,58 €
Kempten 1,51 € 1,69 €
Memmingen 1,51 € 1,59 €
Neu-Ulm 1,54 € 1,57 € 

Unterfranken

Auffällig in Unterfranken ist das hohe Preisniveau beim Sprit in Würzburg: 1,52 Euro für den Liter Diesel sind bayernweit der dritthöchste Durchschnittspreis in unserem Vergleich, 1,63 Euro für den Liter Benzin sogar der zweithöchste. Auch Bad Kissingen bewegt sich beim Benzin in dieser teuren Liga.

Durchschnittlicher Spritpreis am 7. November (Zeitraum: 7 bis 10 Uhr)
Stadt Diesel Super Benzin
Aschaffenburg 1,50 € 1,59 €
Bad Kissingen 1,48 € 1,63 €
Schweinfurt 1,47 € 1,62 €
Würzburg 1,52 € 1,63 € 
Trockenheit, Raffinerie-Explosion und politisches Chaos treiben Spritpreis

Grund für die Lieferengpässe sei vor allem der niedrige Rhein-Pegel, sagte ein Sprecher des Tankstellen-Branchenführers Aral in Bochum. „In den Tanklagern entlang des Rheins kommt nicht genug Treibstoff an, weil die Tankschiffe nur noch halb so viel oder noch weniger Benzin und Diesel transportieren können.“ Die Transportkapazität der Schiffe sei nur zu einem Teil durch Lastwagen zu ersetzen. Ein zusätzliches Problem: Der Transport über die Straße ist im Vergleich zu den Wasserwegen teuer.

Der Mineralölwirtschaftsverband nennt einen weiteren Grund für die Versorgungslücken: die Explosion in einer Raffinerie im oberbayerischen Vohburg an der Donau im September. Der dortige Produktionsausfall verschärfe die Situation in Süddeutschland, sagte ein Sprecher. Die Freigabe von Kraftstoff aus der deutschen Erdölreserve habe zu keiner durchgreifenden Verbesserung der Lage geführt. Der Erdölbewirtschaftungsverband hatte unter anderem 150 000 Tonnen Dieselkraftstoff aus den Reserven angeboten. In Deutschland werden pro Monat etwa 3 Millionen Tonnen Diesel abgesetzt.

Darüber hinaus spielt auch die Weltpolitik eine Rolle beim Spritpreis. Zu nennen sind hier aktuell die angespannte Lage im Öl-Förderland Venezuela, das mit dem Staatsbankrott zu kämpfen hat. Dazu haben die USA ihre Handelssanktionen gegen den Iran verschärft. Auch mit China liegen die Amerikaner im Dauer-Clinch.

*Hinweis: Die Daten für die durchschnittlichen Diesel- und Super-Benzin-Preise stammen von den Online-Vergleichsplattformen Clever tanken und Ich tanke, die laufend Verbraucher-Information bereitstellen. Die Portale sind zugelassen und beziehen die Preisdaten direkt von der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe.