09.12.2019 | Verkehr & Mobilität Verkehr: Das ändert sich 2020 für Auto-, Bahn- und Radfahrer

Höhere Strafen, mehr Platz und Rechte für Radfahrer, neue Verkehrszeichen - im Straßenverkehr wird sich im Jahr 2020 manches ändern. Was Falschparken künftig kosten soll und wen Kommunen bald auf der Busspur fahren lassen dürfen: Ein Überblick.

Bahntickets im Fernverkehr sollen im Jahr 2020 günstiger werden - die Mehrwertsteuer soll von 19 auf 7 Prozent sinken. Die Bahn hat schon angekündigt, die Mehrwertsteuer-Senkung an die Kunden weiterzugeben.

Foto: Amelie Geiger/dpa

Härtere Bußgelder

Verkehrssünder müssen sich ab 2020 auf härtere Strafen einstellen. Worauf sich Autofahrer unter anderem einstellen müssen:

STRAFEN FÜRS FALSCHPARKEN

Die Bußgelder fürs Parken in der „zweiten Reihe“, auf Geh- und Radwegen sollen steigen.

Statt 15 Euro drohen dann bis zu 100 Euro Strafe. Das soll auch fürs Halten auf sogenannten Schutzstreifen für Radfahrer gelten - also auf Radwegen, die mit gestrichelter weißer Linie auf die Straße aufgemalt sind. Bisher durften Autos dort drei Minuten halten. Wenn jemand behindert oder gefährdet wird, etwas kaputtgeht oder jemand länger als eine Stunde auf Geh- oder Radweg parkt, kann es auch einen Punkt in „Flensburg“ geben, also im Fahreignungsregister.

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RETTUNGSGASSE BILDEN - UND FREI LASSEN

Autofahrer haben bereits die Pflicht, Platz zumachen für Rettungswagen, Feuerwehr und Polizei - und auch im Stau Rettungsgassen zu bilden.

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Wer das nicht macht, macht sich strafbar, und kann künftig auch ein Fahrverbot kassieren. Außerdem soll es bald genau so verfolgt und bestraft werden können, wenn jemand unerlaubt durch die Rettungsgasse fährt, etwa um schnell durch den Stau zu kommen. Es drohen Bußgelder zwischen 200 und 320 Euro, ein Monat Fahrverbot und zwei Punkte in „Flensburg“, also im Fahreignungsregister.

ADAC

Für die 21 Millionen ADAC-Mitglieder in Deutschland wird es teurer! Sie müssen im Jahr 2020 zum ersten Mal seit sechs Jahren höhere Beiträge zahlen.

Der Basistarif kostet künftig 54 statt 49 Euro pro Jahr. Die Plus-Mitgliedschaft wird um 10 Euro teurer, kostet dann 94 Euro. Zudem führt der ADAC einen neuen Premium-Tarif für 139 Euro ein.

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Sicherheit für Radler

Radfahrer in der Stadt sollen sicherer und schneller unterwegs sein. Dafür sind für das Jahr 2020 einige Neuerungen geplant.

SCHUTZ FÜR RADFAHRER

Bisher müssen Autofahrer beim Überholen von Radfahrern „ausreichenden“ Abstand halten. Künftig sollen konkret mindestens 1,50 Meter im Ort und 2 Meter außerorts vorgeschrieben sein. Lkw über 3,5 Tonnen sollen beim Rechtsabbiegen im Ort nur noch Schritttempo fahren dürfen, also höchstens 11 Kilometer pro Stunde - denn diese Situation ist für Radfahrer besonders gefährlich. Es drohen 70 Euro Bußgeld.

An engen oder gefährlichen Stellen soll ein Schild verbieten können, dass Autos und Lkw einspurige Fahrzeuge, also auch Fahrräder, überholen. Vor Kreuzungen und Einmündungen soll künftig bis zu acht Meter Parkverbot gelten, wenn es einen Radweg gibt, um die Sicht zu verbessern.

FAHRRADZONEN

Es gibt schon jetzt Fahrradstraßen, künftig soll es ganze Zonen geben. Dort ist dann generell höchstens Tempo 30 erlaubt, der Radverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden.

GRÜNER PFEIL UND ANDERE RECHTE FÜR RADFAHRER

Ein grüner Pfeil an Ampeln erlaubt das Rechtsabbiegen, wenn die Ampel rot leuchtet - aber nur, wenn man erst anhält und dabei niemanden gefährdet. Künftig soll es einen Grünpfeil geben, der nur für Radfahrer gilt. Das Nebeneinanderfahren von Radfahrenden soll noch mal ausdrücklich erlaubt werden, wenn sie dabei niemanden behindern.

Neue Regeln für Busspuren

Eine neue Regelung für die Busspur soll Fahrgemeinschaften schneller vorankommen lassen. Die Fahrstreifen für Busse in Städten können schon jetzt für Taxis oder Radfahrer freigegeben werden. Das soll künftig auch für Pkw möglich sein, in denen mindestens drei Menschen unterwegs sind - Ziel ist, das Bilden von Fahrgemeinschaften attraktiver zu machen. Dafür soll es ein neues Schild geben. Letztlich wird das vor Ort entschieden.

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​Abbiegeassistent für Lkw

Neue Lang-Lkw (18,75 m bis 25,25 m) müssen künftig mit einem Abbiegeassistenten und mitblinkenden Seitenmarkierungsleuchten auf deutschen Straßen ausgestattet sein. Verpflichtend kommt die Neuerung zum 1. Juli 2020, für Bestandsfahrzeuge gilt sie ab 1. Juli 2022.