17.12.2018 | Wetter Weiße Weihnachten? So wahrscheinlich ist Schnee zum Fest in Bayern

Alle Jahre wieder träumen wir von weißen Weihnachten. Unser Idealbild sind heimelige Szenen vorm Kamin, während draußen das Schneegestöber tobt. Die schnöde Statistik entzaubert den Mythos gewaltig, sehr wahrscheinlich auch dieses Jahr.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Das Wochenende des 3. Advents hat Wintersportfans eine gute Gelegenheit geboten, Skier und Schlitten aus dem Keller zu holen. In Bayern kamen vielerorts die Lifts in Wintersportgebieten in Fahrt. Das macht Lust auf mehr, vor allem machte sich zuletzt Hoffnung auf weiße Weihnachten breit.

Doch all jenen, die sich diese zauberhafte Kulisse wünschen, steht heuer eher eine Enttäuschung bevor. Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten an Heilig Abend liegt für das bayerische Flachland derzeit gerade mal bei höchstens 10 Prozent (Stand: 17.12.). Bei diesen Region handelt es sich um das Berchtesgadener Land, den Raum Hof und Marktredwitz.

Trend: So wird das Wetter bis Weihnachten

Jetzt kommt das Weihnachtstauwetter. In den Nächten wird es erst noch leicht frostig, tagsüber wird es in der Woche vor Heilig Abend immer milder. Am 4. Adventswochenende bekommen wir zeitweise Regen bei 5 bis 11 Grad. Weiße Weihnachten wird es dieses Jahr wahrscheinlich nicht geben, dafür aber auch kein Chaos auf den Straßen zum Ferienstart. 

Der Mythos von weißen Weihnachten

Das letzte Mal flächendeckend weiße Weihnachten gab es in Bayern im Jahr 2010. Die Landeshauptstadt München hatte seit 1996 zum Beispiel nur fünf weiße Weihnachten. Viele denken, dass früher alles besser war und wir immer weiße Weihnachten hatten. Aber das ist ein Mythos! 

Die typische Wetterlage im bayerischen Flachland ist das Weihnachtstauwetter, die kältesten und schneereichsten Monate sind Januar und Februar.

Warum Weihnachten in Bayern eher grün ist

Aber warum denken wir, dass Weihnachten weiß sein muss? Das hat zwei Gründe: Psychologisch gesehen speichern wir langfristig eher die „guten“ oder sehr eindrucksvollen Dinge: Wenn wir als Kind mal tief verschneite Weihnachten erlebt haben, war das Erlebnis so toll, dass unser Gedächtnis es so abspeichert und uns suggeriert, es wäre früher immer so gewesen. „Ankererinnerungen“ nennen Psychologen das. 

Zweiter Grund: Die Werbung, Weihnachtsfilme und Co. Der Coca-Cola-Truck kommt zum Beispiel immer im Schnee gefahren, Weihnachtsfilme spielen immer in verschneiter Kulisse, das Last-Christmas-Video zeigt ein tief verschneites Bild. Uns wird suggeriert: Weihnachten gehört weiß! Die Wahrheit ist allerdings: Wer zu Weihnachten Schnee sehen will, müsste in die Alpen fahren. Denn derzeit gehen Meteorologen davon aus, dass es, wenn überhaupt, an Weihnachten 2018 eher in höheren Lagen Schnee in Deutschland geben wird.

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