03.12.2018 | Wetter Wie auf Mauritius: So heiß könnte es in Bayern werden

Ist der Klimawandel noch aufzuhalten? Darüber beraten ab heute Vertreter knapp über 200 Nationen auf der UN-Klimakonferenz. Lösungen sind dringender denn je, wie aktuelle Forschungsergebnisse auch für Bayern zeigen.

Hitzewellen, Umweltkatastrophen und steigende Meeresspiegel - die direkten Folgen des Klimawandels werden uns immer bewusster. Ab heute beraten knapp über 200 Staaten im polnischen Kattowitz auf der UN-Klimakonferenz. Gesucht werden Lösungen, wie die Erderwärmung in den kommenden Jahren noch zu stoppen ist. Schon jetzt hat sich die Erde im Vergleich zu 1750 um rund ein Grad aufgeheizt und aktuelle Zahlen von Klimaforschern geben Grund zur Besorgnis.

In München bald so warm wie auf Mauritius?

Aufhorchen lassen jetzt  Forscher, welche die Temperaturanstiege der kommenden Jahre berechnet haben. Hierbei handelt es sich derzeit zwar nur um Rechenmodelle, die aber durchaus so eintreten könnten. Die Forscher haben mehrere Orte miteinander verglichen und gegenübergestellt, jeweils im wärmsten Durchschnittsmonat. Laut diesen Berechnungen wird es dann 2080 in vielen bayerischen Städten so warm wie schon jetzt in vielen beliebten und heißen Urlaubsländern. 

Aktuell gehen die Forscher davon aus, dass die Temperaturen um bis zu vier Grad ansteigen könnten. Wir haben für euch mal einige Orte in Bayern herausgesucht - in unserer Tabelle seht ihr wie heiß es bis 2080 in Bayern werden könnte:

Ort in Bayern ...ist 2080 vergleichbar
mit den jetzigen Temperaturen in 
2018 2080
München (Oberbayern) Curepipe (Mauritius) 22,8° 27,1°
Augsburg (Schwaben) Budapest (Ungarn) 22,8° 27,1°
Kempten (Allgäu) Bordeaux (Frankreich) 21,4° 26,0°
Bayreuth (Oberfranken) Mzuzu (Malawi) 23,0° 26,9°
Nürnberg (Mittelfranken) Detroit (USA) 24,2° 28,2°
Würzburg (Unterfranken) Verona (Italien) 24,2° 28,5°
Passau (Niederbayern) Bulawayo (Simbabwe) 24,6° 29,2°
Regensburg (Oberpfalz) Udine (Italien) 23,9° 28,0°

*hierbei handelt es sich um die Durchschnittstemperatur des wärmsten Monats im Jahresvergleich

Sind zwei Grad mehr wirklich so schlimm?

Ein Temperaturanstieg von zwei Grad klingt erstmal nicht so schlimm. Tatsächlich hat so eine Klimaerwärmung aber schon heute weitreichende Folgen für uns. So nehmen extreme Wettersituationen wie Starkregen, Sturm oder Dürreperioden immer weiter zu und stellt die Menschheit vor neue Herausforderungen. Ein Vorgeschmack lieferte bereits der vergangene Sommer, als bundesweit Landwirte bei anhaltender Dürre gravierende Ernteausfälle zu beklagen hatten. 

Die Malediven bald Geschichte?

Auch der Anstieg der Meeresspiegel ausgelöst durch die Erderwärmung hätte weitreichende Folgen. Forscher gehen bei ungebremster Entwicklung noch in diesem Jahrhundert von einem Anstieg des Meeresspiegels um bis zu 80 Zentimetern aus. Das hätte vor allem Auswirkungen auf Städte in Küstennähe wie New York, Rio oder Tokio. Manche Städte wie Miami haben schon jetzt mit einem Anstieg des Grundwassers zu kämpfen, sodass es in regelmäßigen Abständen zu Straßenüberflutungen kommt. 

Bedroht ist auch ein beliebtes Urlaubsziel - die Malediven. Da ein Großteil der Inseln schon jetzt auf Höhe des Meeresspiegels liegen, wäre ein weiterer Pegelanstieg existenzbedrohend. Das Landesinnere ist schon heute aus Angst vor Überschwemmungen überbesiedelt und leidet dadurch unter akuten Müllproblemen. Dazu kommt, dass ein Anstieg des Meeresspiegels auch die Südwasserquellen der Inseln versalzen würde. Damit wäre eine flächendeckende Trinkwasserversorgung nicht mehr möglich, wodurch die Inseln unbewohnbar werden könnten.

Deutsche Umweltministerin Schulze hofft auf Erfolge

Die bisher getroffenen Maßnahmen der führenden Industrienationen klimaschädliche Treibhausgase zu reduzieren und die Erderwärmung zu bremsen, brachten wenig Abhilfe. Im Mittelpunkt steht vor allem die Senkung der CO₂-Werte, die bei Verbrennung von Kohle, Öl und Gas entstehen. Deutschland selbst hat hierbei als führende Industrienation aber noch immer kein verbindliches Datum für den Ausstieg aus dem Kohlestrom vorzuweisen. Umweltministerin Svenja Schulze gibt sich trotzdem im Vorfeld der Klimakonferenz optimistisch, mahnte jedoch die anderen Länder verbindliche Zusagen zu treffen.

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