Jan Delay

Jan Delay (* 20. Februar 1976 in Hamburg-Eppendorf; bürgerlich: Jan Philipp Eißfeldt) ist ein deutscher Hip-Hop-, Reggae-, Soul-, Rock- und Funk-Musiker. Er ist Mitglied der Gruppe Beginner und auch als Solokünstler aktiv.

Biografie

Jan Delay besuchte von 1986 bis 1995 das Helene-Lange-Gymnasium in Hamburg, legte dort das Abitur ab und lernte im Umfeld der Schule seine späteren Bandkollegen der „Beginner“ kennen. Als musikalische Einflüsse in seiner Jugend nannte er aus der Plattensammlung seiner Eltern Prince, die Blues Brothers, Nina Hagen / Spliff, Madonna, Rio Reiser und insbesondere Udo Lindenberg („Der sang auf Deutsch und noch dazu mit geilen Beats und schönen Harmonien“), mit dem ihn laut FAZ das „markante Näseln [sowie] eine natürliche Lässigkeit und eine durchaus angenehme Coolness“ verbindet.

Jan Delay ist ein Drittel der Hip-Hop-Combo Beginner (ehemals Absolute Beginner), in der er meist unter dem Pseudonym Eizi Eiz oder Eißfeldt auftritt, während er das Pseudonym Jan Delay hauptsächlich als Solo-Künstler und in den Genres Reggae und Funk verwendet. Mit Tropf bildet er die Formation La Boom. Das Pseudonym Jan Delay ist zum einen eine Anspielung auf die in den 90er Jahren kurzzeitig erfolgreiche Rapperin Young Deenay. Zum anderen bedeutet Delay im Englischen Verzögerung und ist zudem der Name eines tragenden Effekts in der Reggae-/Dancehallmusik (mit dem Nachhall ein wichtiges Stilelement im Reggae und vor allem im Dub). Ein weiterer Name des Hamburgers, den er unter anderem auf diversen Untergrund-Veröffentlichungen benutzte (der Eimsbush-Style Liga), ist Boba Ffett (angelehnt an Boba Fett, einen Charakter aus Star Wars).

1997 gründete er zusammen mit einigen Musiker-Kollegen das Label Eimsbush, das 2003 Insolvenz anmelden musste.

Sein Soloalbum Searching for the Jan Soul Rebels, das er zusammen mit der Sam Ragga Band aufnahm, wurde von den Kritikern hoch gelobt, er mischte darin gekonnt und mitunter innovativ verschiedene Musikstile. Der Titel spielt auf das Debütalbum Searching for the Young Soul Rebels der Dexys Midnight Runners an. Produziert wurde dieses Album in enger Zusammenarbeit mit dem Produzenten Matthias Arfmann, der unter anderem auch das erste Album des Reggae-Künstlers Patrice sowie die ersten beiden Alben der Beginner mitproduzierte.

Im August 2006 erschien sein zweites Soloalbum mit dem Titel Mercedes-Dance, das in Zusammenarbeit mit seiner neuen Band Disko No. 1 und mit Matthias Arfmann & Tropf als Co-Produzenten entstand. Dieses steht im starken Kontrast zu seinem Debütalbum, im Intro sagt Jan Delay bereits: „Reggae ist tot, jetzt ist Funk dran“. Die Platte wird von Jazztönen mit starken Funk-Elementen bestimmt. Sie erreichte in der ersten Woche Platz eins der deutschen Charts. Die Texte sind zum Teil nicht mehr so sozial-/politikkritisch wie seine früheren Werke, was er im Intro ebenfalls anspricht. Es wurde auch ein Livealbum und eine DVD von Mercedes-Dance veröffentlicht. Zuvor wurde die Single Klar veröffentlicht.

Bei Liveauftritten arbeitet er mit der Funkband Disko No. 1 zusammen. Mit dem Song Feuer nahm Jan Delay am 9. Februar 2007 für das Bundesland Hamburg am 3. Bundesvision Song Contest teil und erreichte den zweiten Platz. Am 7. Juli 2007 trat er in Hamburg bei Live Earth auf. Delay spricht die deutsche Synchronstimme von Japeth die Ziege im Film Die Rotkäppchen-Verschwörung und von Vector im Film Ich – Einfach unverbesserlich.

2009 arbeitete er mit dem Radiosender 1 Live zusammen und gab für den Gewinner des sendereigenen Schulduells ein Konzert vor rund 1500 Schülern, Abiturienten und Lehrern. Nach einer Zusammenarbeit mit Udo Lindenberg an dessen Comeback-Album Stark wie Zwei veröffentlichte Jan Delay August 2009 mit Wir Kinder vom Bahnhof Soul sein drittes Soloalbum, das sich musikalisch wie der Vorgänger ebenfalls stark an Funk und Soul anlehnt, laut eigener Aussage der Versuch, das vorherige Album „nochmal in richtig und richtig gut“ zu machen. Wie der Vorgänger Mercedes Dance erreichte auch Wir Kinder vom Bahnhof Soul den ersten Platz der deutschen Album-Charts.

Der Hamburg-Film Soul Kitchen (2009) von Fatih Akin wurde vom Regisseur aufwändig verändert, nachdem Delay nach einer Vorschau Akin gegenüber geäußert habe, der Film habe „noch nicht den richtigen Groove“. Die Vorschau sollte klären, ob Delay die Genehmigung erteilen würde, einen seiner Songs zu verwenden. Nach eigener Aussage meinte er damit das „dramaturgische Loch“, das seiner Meinung nach in der ersten Fassung des Films existierte.

Im Juni 2010 erschien das zweite Live-Album von Jan Delay mit dem Titel Wir Kinder vom Bahnhof Soul Live, das analog zu Mercedes-Dance Live Live-Aufnahmen von der Tour zu seinem Album aus dem Vorjahr enthält. Am 14. Mai 2011 trat Delay beim Finale des Eurovision Song Contest 2011 in Düsseldorf gemeinsam mit Disko No. 1 auf.

Im Jahr 2011 war er außerdem in der Sesamstraße bei Ernie & Bert-Songs zu sehen.

Am 11. April 2014 hat Jan Delay das Album Hammer & Michel im Rock-Stil veröffentlicht. Bereits während der Echoverleihung 2014 trat Delay mit seinem Song St. Pauli aus seinem neuen Album auf. Am Tag nach dem Auftritt erreichte St. Pauli Platz zehn der deutschen Singlecharts. Liebe, eine weitere Singleauskopplung seines Albums, stieg in derselben Woche auf Platz 59 in die Charts ein.

2016 erschien mit Advanced Chemistry ein neues Album der Beginner, welches Platz 1 der Album-Charts erreichte.

Am 24. August 2018 veröffentlichte Delay die Stadionballade Grün-weiße Liebe für seinen Lieblingsverein Werder Bremen. Der Song ist Teil des Doppelalbums Lauter Werder, das im Jahr 2019 veröffentlicht wurde. Gleichzeitig erschien das im Umfeld des Weserstadions gedrehte Video, in dem unter anderem Thomas Schaaf einen Auftritt hat.

Quelle: Wikipedia.org