Spider Murphy Gang

Die Spider Murphy Gang ist eine Band aus München, die durch Rock-’n’-Roll-Musik mit Texten in bayerischer Mundart bekannt wurde. Mit Skandal im Sperrbezirk gelang ihnen 1981 ein Nummer-eins-Hit der Musikcharts im deutschsprachigen Raum.

Geschichte

Gründung und erste Erfolge

Der gelernte Bankkaufmann Günther Sigl gründete 1977 zusammen mit dem Fernmeldehandwerker Barny Murphy, dem Schlagzeuger Franz Trojan und dem Physikstudenten Michael Busse die Spider Murphy Gang. Der Name entstand nach dem fiktiven Gangster „Spider Murphy“ aus Elvis Presleys Song „Jailhouse Rock“ („…Spider Murphy played the tenor saxophone, Little Joe was blowin' on the slide trombone. The drummer boy from Illinois went crash, boom, bang, the whole rhythm section was the Purple Gang…“). Zunächst – seit Anfang der 1970er Jahre unter verschiedenen Namen, u. a. „Stummick“ – coverte die Band bekannte Rock-'n'-Roll-Stücke der US-Top-40-Billboard-Charts, darunter viele Elvis- und Chuck Berry-Titel. Nach einigen erfolgreichen Auftritten, so zum Beispiel im Schwabinger Musikclub „Memoland“, produzierte dessen Besitzer Memo Rhein 1978 ihre erste LP „Rock’n’Roll“. Dort wurde der Radiomoderator Georg Kostya vom Bayerischen Rundfunk auf die Gruppe aufmerksam und engagierte sie für seine Sendung „Rockhaus“. Nachdem sie die Titelmusik zur Sendung auf Kostyas Bitte hin mit einem „Rock 'n' Roll auf bayrisch“ eingespielt hatten, wurden sie schnell zur Hausband des Bayerischen Rundfunks. Dadurch hatten sie die Möglichkeit, sich mit neuen selbst geschriebenen Songs regelmäßig vor einem größeren Publikum zu präsentieren. Der Musikproduzent Harald Steinhauer vermittelte in der Folge den ersten Plattenvertrag mit einem Major-Label. So erschien 1980 die zweite LP „Rock’n’Roll Schuah“ bei EMI. Das Album konnte sich zunächst aber nicht in den Charts platzieren. Der Charteinstieg erfolgte erst im April 1982 im Zuge ihres damaligen Erfolges mit dem Album „Dolce vita“.

Der dreifache Nummer-eins-Hit

Anfang 1982 Jahr erreichte ihre Single „Skandal im Sperrbezirk“ den ersten Platz der deutschen (8 Wochen), der österreichischen und der schweizerischen Hitparade und wurde Teil der Neuen Deutschen Welle. Er ist auf ihrer dritten LP „Dolce vita“ enthalten, die von Steinhauer und der Band produziert wurde. Der Platin-Hit erschien auch auf vielen Samplern; in Spanien, den Niederlanden und in Japan erschienen auch Coverversionen. Von der LP „Dolce vita“ wurde als weiteres Stück „Schickeria“ als ausgekoppelte Single veröffentlicht. Danach folgten die Singles „Wo bist du?“ und „Ich schau’ dich an“ von ihrer vierten LP „Tutti Frutti“ (produziert von Steinhauer und Armand Volker) sowie eine mehrwöchige Tournee durch Westdeutschland. 1983 gingen sie als erste westdeutsche Band auf eine Tournee durch die DDR. In Erinnerung an dieses außergewöhnliche Ereignis veröffentlichte die Band das Lied „Mädchen drüben“, gesungen vom damaligen Schlagzeuger Franz Trojan. Im gleichen Jahr kam der von Michael Verhoeven produzierte Spielfilm „Die Spider Murphy Gang“ in die Kinos, der die bis dahin erlebte Bandgeschichte thematisierte.

Die Zeit nach den großen Erfolgen

Mit dem Abebben der Neuen Deutschen Welle 1983 wurde es auch um die Spider Murphy Gang ruhiger. Mit „Scharf wia Peperoni“ 1984 und „Wahre Liebe“ 1985 brachten sie neue Alben heraus und gingen mehrfach auf Tournee; die Alben wurden aber nicht mehr in den Stückzahlen verkauft wie die Alben zuvor. Mit Willy Ray Ingram kam 1984 ein Saxophonist in die Band. 1986 verließ Keyboarder Michael Busse die Band, für ihn kam Ludwig Seuss. Ingram kehrte 1989 nach Texas zurück; sein Nachfolger wurde Gitarrist Willie Duncan. Trojan produzierte die Alben „Überdosis Rock’n’Roll“ und „Hokuspokus“; Trojan und Johan Daansen produzierten gemeinsam „In Flagranti“. Trojan verließ 1992 die Band; ihm folgte Paul Dax. 1995 kam Otto Staniloi als ständiges Mitglied zur Band.

1997 kam das Album „Keine Lust auf schlechte Zeiten“ (produziert von Barny Murphy), 2002 das Album „Radio Hitz“ heraus. 2004 erschien die Live-Doppel-CD „Unplugged – Skandal im Lustspielhaus“. Am 9. November 2012 erschien eine DVD eines Live-Auftritts der Band vom 10. November 1984 in der Zeche Bochum (WDR Rockpalast).

Im Juli 2016 verließ der Schlagzeuger Paul Dax die Band; auf ihn folgte Andreas Keller.

Bei der 66. Show von „Night of the Proms“ am 11. Dezember 2016 waren Günther Sigl und Barny Murphy „Überraschungsgäste“ in der Olympiahalle München.

Quelle: Wikipedia.org