01.07.2022 | Bayern ANTENNE BAYERN exklusiv: BRB-Chef übt Kritik an Deutscher Bahn

Nach dem tödlichen Zugunglück von Garmisch-Partenkirchen mehren sich Hinweise, dass Vorschäden an Betonschwellen eine Rolle gespielt haben könnten. In einem ANTENNE BAYERN Interview übt der BRB-Chef Kritik an der Deutschen Bahn.

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Nach dem tödlichen Zugunglück von Garmisch-Partenkirchen äußert sich der BRB-Chef im ANTENNE BAYERN Interview kritisch gegenüber der Deutschen Bahn. 

BRB-Chef äußert Kritik

Schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Bahn: Im Gespräch mit ANTENNE BAYERN lässt BRB-Chef Arnulf Schuchmann kein gutes Haar am Zustand des Schienennetzes im Freistaat. Die BRB fährt auf zahlreichen Strecken zwischen München, dem Oberland und anderen Regionen Bayerns. Schuchmann beschreibt den Zustand des Schienennetzes mit der Schulnote 5 bis 6: 

„Man hat über Jahrzehnte in Bayern in die Schieneninfrastruktur kein Geld gesteckt." Er spricht von „erbärmlichsten Uralt-Zuständen".

Schuchmann geht davon aus, dass es etwa fünf Jahre dauern würde, um die Infrastruktur in einen guten Zustand zu bringen - aber nur, falls Strecken komplett gesperrt würden. Bei laufendem Betrieb rechnet er mit mindestens 20 Jahren. Schuchmann betont aber, dass das System grundsätzlich sehr sicher sei.

Die Bahn nimmt Stellung

Die Bahn wehrt sich in einer Stellungnahme gegen die Kritik: Das Schienennetz sei nicht marode und werde nach vorgeschriebenen Fristen gewartet. 

„Neben der Begutachtung durch Fachkräfte vor Ort setzt die DB unter anderem spezielle Gleismesszüge und zunehmend Sensorik ein. Letztere ermöglicht es den Instandhalter:innen, sich anbahnende Störungen etwa an Weichenantrieben, frühzeitig zu erkennen und präventiv zu beheben." 

Allein in diesem Jahr investiere man 2,35 Milliarden Euro in Bayern, so eine Sprecherin.