14.11.2022 | Bayern Buß- und Bettag: Warum ist in Bayern gesetzlicher kein Feiertag, aber schulfrei?

Der Buß- und Bettag ist längst kein gesetzlicher Feiertag mehr - Schülerinnen und Schüler dürfen sich in Bayern am Mittwoch aber trotzdem über einen freien Tag freuen. Warum das so ist, haben wir für euch herausgefunden.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Buß- und Bettag in Bayern bedeutet schulfrei für die Kinder. Berufstätige Väter und Mütter sind dann allerdings meist vor die Frage gestellt, wer die Kinder betreut. Doch woher kommt diese Regelung eigentlich?

Schulfrei am Buß- und Bettag in Bayern

Hintergrund für den unterrichtsfreien Buß- und Bettag ist die Regelung, wonach evangelische Arbeitnehmer an diesem Tag nicht zur Arbeit müssen - sofern sie religiöse Gründe geltend machen, also zum Beispiel einen Gottesdienst besuchen wollen. Gäbe es Unterricht an den Schulen, würden Lehrer benachteiligt. 

Welche Bedeutung hat der Buß- und Bettag?

Der Buß- und Bettag dient evangelischen Christen zur Besinnung, aber auch zur Neuorientierung. Nach Auffassung der evangelischen Kirche hat der Tag nicht nur eine private, sondern auch eine gesellschaftspolitische Bedeutung. Deshalb solle er auch zum Nachdenken über "gesellschaftliche Irrtümer wie beispielsweise Fremdenhass, Umweltzerstörung und die Ausgrenzung von Armen und Obdachlosen" anregen. Ab 1981 war der Buß- und Bettag auch in überwiegend katholisch bevölkerten Regionen Bayerns ein arbeitsfreier Feiertag und wurde seither in der gesamten Bundesrepublik einheitlich begangen. 

Abschaffung als gesetzlicher Feiertag 

Im Jahr 1994 wurde beschlossen, den Buß- und Bettag als arbeitsfreien Tag mit Wirkung ab 1995 zu streichen, um die Mehrbelastung für Arbeitgeber durch die Beiträge zur neu eingeführten Pflegeversicherung durch Mehrarbeit der Arbeitnehmer auszugleichen. So wurde der gesetzliche Feiertag 1995 in allen Bundesländern gestrichen - außer in Sachsen.

Problematik für Eltern

Für viele Eltern ist die Regelung generell nach wie vor ein großes Problem. Denn sie müssen arbeiten, sollen sich aber gleichzeitig um die Betreuung ihrer Kinder kümmern. Ändern wird sich an diesem Dilemma in den kommenden Jahren vermutlich nichts. Man habe keinen Spielraum, die gesetzliche Regelung sei klar, heißt es aus dem Kultusministerium. 

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