28.09.2020 | Bayern Corona-Maßnahme: Söder schlägt bundesweite Warnampel vor

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat sich für eine Corona-Warnampel ausgesprochen und ein entsprechendes Konzept vorgelegt.

Foto: Sven Hoppe/dpa

Die Corona-Infektionszahlen in Bayern und ganz Deutschland  gehen nach oben. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat deswegen einen Leitfaden zur Bekämpfung der Pandemie vorgelegt. Darin schlägt der CSU-Chef eine sogenannte Corona-Ampel vor. 

Sie soll für ganz Deutschland gelten. Im Bericht benennt Söder zudem mögliche Maßnahmen, die bei der Überschreitung der Grenzwerte von Neuinfektionen ergriffen werden könnten.


So soll die Ampel funktionieren:
  • Die Ampel springt auf Gelb, sobald es in einem Landkreis oder einer Kommune innerhalb einer Woche 35 oder mehr Infizierte auf 100.000 Einwohner gibt. Der Landkreis kann dann selbst entscheiden, ob dieser vorsichtshalber Tests für Risikogruppen anordnen will oder beispielsweise die Maskenpflicht in Schulen auf den Unterricht ausweitet. Auch ein Zuschauerverbot bei Sportveranstaltungen, wie Bundesligaspielen wäre dann möglich.

  • Steigt der Wert auf 50, soll die aktuell erlaubte Personenanzahl bei privaten Veranstaltungen auf ein Viertel reduziert werden. Söder schlägt in einem solchen Fall außerdem eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen vor. Das Konzept sieht auch Einschränkungen beim Alkohol-Verkauf, sowie frühere Sperrstunden vor. Mit doppelten Testungen sollen Infektionen zuverlässiger erkannt werden.

Die Zahl der Neuinfektionen war bundesweit in den vergangen Wochen stark angestiegen. Am Wochenende (26.09) hat das Robert Koch-Institut (RKI) mehr als 2.500 Fälle in Deutschland gemeldet, der höchste Stand seit April. 

In Österreich gibt es eine solche Corona-Warnampel bereits. Am Dienstag (29.09) wollen Bund und Länder in einer gemeinsamen Schaltkonferenz über weitere Corona-Schutzmaßnahmen entscheiden.