21.03.2019 | Bayern Ekelige Blutsauger: Neue Zeckenart in Bayern fünfmal größer als normal

Schlechte Nachrichten für alle, die oft von Zecken gebissen werden: Die Hyalomma-Zecken sind in Bayern angekommen und bringen neue Krankheiten mit sich.

Foto: Lidia Chitimia-Dobler/Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr Die Zecken im direkten Vergleich.

Das große Erwachen: Die Zeckengefahr ist in diesem Sommer noch größer! Die steigenden Temperaturen lassen die blutsaugenden Krabbler früher aktiv werden. Das Risiko eines Zeckenbisses besteht also bereits. Seit letztem Jahr allerdings sind die Hyalomma-Zecken bei uns und die haben es in sich. Gefunden wurden Exemplare unter anderem im oberbayerischen Rosenheim.

Neue Zecke ist leicht zu erkennen

Zu erkennen ist die neue Zecken-Art sehr einfach: Sie ist ein bis zwei Zentimeter groß. Damit ist sie mindestens vier Mal so groß wie ein herkömmlicher Gemeiner Holzbock, die am meisten verbreitete Zecken-Art in Deutschland. Neben der enormen Größe trägen die Hyalomma-Zecken auch neue Krankheiten mit sich.

Das droht bei einer Infektion

Bisher gab es noch keine Fälle davon in Deutschland, aber generell tragen manche Zecken den Erreger für das Krim-Kongo-Fieber in sich. Bei dieser Krankheit wird das Blut flüssiger und vor allem bei Wunden können diese nur schwer von alleine heilen.

Andere Symptome sind hohes Fieber, Benommenheit und starke Schmerzen am ganzen Körper und der Gelenke. Diese Krankheit wird vor allem symptomatisch behandelt. Das bedeutet gegen die einzelnen Leiden werden vom Arzt Medikamente verschrieben.

Außerdem kann von den Hyalomma-Zecken das Fleckfieber übertragen werden. Hier steigt die Körpertemperatur schnell auf über 40 Grad Celcius an und Infizierte haben Kopf- und Gliederschmerzen. Außerdem breiten sich über dem Körper kleine, rote Flecken aus. Gegen das Fleckfieber helfen Antibiotika.

Gegen beide Krankheiten gibt es keinen Impfstoff, der eine Infektion vorbeugen kann. Aktuell ist noch nicht klar, wie sehr sich die Hyalomma-Zecke in Bayern ausbreiten wird. Erkrankungen an Fleckfieber treten vereinzelt alle paar Jahre auf, Fälle vom Krim-Kongo-Fieber sind noch gar nicht bekannt.

Foto: Marco Drehmann/Universität Hohenheim So sieht die „Riesen-Zecke" im Detail aus.
Auch die heimischen Zecken sind aktiv

Neben den Neuankömmlingen gibt es auch einige heimische Zeckenarten. In diesem Jahr sind bereits zwei Personen an FSME erkrankt, wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bestätigte.

Bei dieser oft von Zecken übertragene Krankheit können grippeähnliche Symptome auftreten. In besonders schlimmen Fällen kann sich die Hirnhaut entzünden und es kommt allgemein zu Lähmungserscheinungen.

Immer mehr Gebiete in Bayern werden von den Zecken eingenommen. Von 96 Landkreisen und kreisfreien Städten sind schon 91 FSME-Risikogebiete. Allein im letzten Jahr wurden in Bayern 224 FSME-Fälle verzeichnet.

Außerdem übertragen Zecken Borreliose, eine Krankheit gegen die es auch keine Impfung gibt. Eine Spätfolge von Borreliose sind Gelenkentzündungen.

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