06.07.2022 | Bayern Erste Städte im Freistaat ergreifen Maßnahmen zum Energiesparen

Kürzer duschen, weniger heizen und Licht ausschalten. Die Bundesregierung bereitet sich auf eine Gas-Notlage vor und ruft Bürger und Unternehmen eindringlich zum Energiesparen auf. Doch was machen eigentlich Behörden und Kommunen in Bayern? Wir haben nachgefragt, hier die Ergebnisse.

Foto: Federico Gambarini/dpa

Nachdem vorerst die Stadt Augsburg bekannt gegeben hat, wegen der explodierenden Preise massiv Energie einzusparen, wollen andere Städte nachziehen. Das haben ANTENNE BAYERN-Recherchen ergeben.

Unterfranken

In Würzburg wird überlegt, im Winter verstärkt auf Homeoffice zu setzen, um die Büros nicht heizen zu müssen. Dienststellen könnten zusammengelegt und öffentliche Gebäude nicht beleuchtet werden. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft ist angehalten, Einsparmöglichkeiten zu prüfen.

Die Stadt Schweinfurt hat einen Energie-Krisenstab eingerichtet. Er erarbeitet im Moment Maßnahmen, teilt die Verwaltung mit.

Mittelfranken

Für die Stadt Nürnberg teilte ein Sprecher auf ANTENNE BAYERN-Anfrage mit: 

"Mögliche Maßnahmen können sein, die Beleuchtung historischer Gebäude zu reduzieren, die Straßenbeleuchtung einzuschränken, mehr Bewegungsmelder in städtischen Gebäuden einzusetzen, den Verbrauch von Warmwasser in städtischen Einrichtungen zu reduzieren, eventuell Raumluftgeräte über Zweitschaltuhren zu steuern oder wieder mehr Homeoffice sowie digitale Besprechungen zu nutzen."
Landeshauptstadt

Über das Abschalten von Ampeln denken die Verantwortlichen in München nicht nach. Die Straßenbeleuchtung sei aber durchaus Thema im Falle eines Gas-Notstands. Die Stadt reaktiviert zudem zwei alte Ölbrenner, die eigentlich schon stillgelegt waren, und setzt noch stärker auf Fernwärme und Geothermie. Und die Temperatur in den Schwimmbädern werde weiter abgesenkt.

Niederbayern

Die Stadt Landshut untersucht, welche städtischen Liegenschaften während der Heizperiode gänzlich außer Betrieb genommen werden können und welche mit geringerer Raumtemperatur betrieben werden können.

In Passau werden bis 1. August Vorschläge gesammelt, das Einsparpotenzial ermittelt und ein „Energiereduktionsplan“ festgelegt. Die Stadt teilte auf Anfrage mit:

"Bei den angestellten Überlegungen wird es keine Tabus geben. Erste Planungen sehen beispielsweise Änderungen der Öffnungszeiten verschiedener Einrichtungen oder auch das Absenken von Raumtemperaturen vor."
Oberpfalz

In Weiden prüft eine Arbeitsgruppe im Moment verschiedene Maßnahmen wie die Absenkung der Wassertemperatur in Schwimmbädern, die Absenkung der Raumtemperatur in Sport- und Turnhallen oder die Reduzierung der Raumtemperaturen in Verwaltung, Schulen und öffentlichen Einrichtungen.

Auch in Regensburg prüfen die Verantwortlichen alle Möglichkeiten, insbesondere eine Abschaltung oder Reduktion von Straßen-, Gebäude-und Platzbeleuchtungen, eine Abschaltung von Ampelanlagen in der Nacht, die Anpassung von Betriebszeiten und Raum- und Wassertemperaturen. Auch drastische Schritte, zum Beispiel die Änderung der Öffnungszeiten von Einrichtungen und die vollständige Abschaltung der Warmwasserbereitung in bestimmten Bereichen, werden derzeit zumindest untersucht. Ende des Monats soll der Stadtrat darüber beraten. 

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