04.05.2021 | Bayern Fachkräftemangel im Handwerk: Über 60.000 Stellen unbesetzt

Seit Jahren hat Deutschland ein Fachkräftemangel. Vor allem im Handwerk und insbesondere im Baubetrieb wird die Lücke immer größer. Aufgrund der Corona-Krise müssen Kunden lange Wartezeiten in Kauf nehmen.

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Viele Handwerksbetriebe haben zwar während der Corona-Pandemie viele Aufträge, kommen denen aber nicht nach, da nicht ausreichend Mitarbeiter vorhanden sind. In ganz Deutschland wird der Mangel an Gesellen*innen auf 65.000 beziffert.

Bedarf an Meistern immens

Handwerksbetriebe fällt es ohnehin schwer geeignete Arbeitskräfte zu finden. Doch bezogen auf Führungspositionen, die das Ziel haben Betriebe zu übernehmen, sieht es noch düsterer aus. Der Bedarf an Fachkräften ist riesig. In Deutschland sind 5500 Meisterstellen aktuell nicht zu besetzen.

"Sowohl als Unternehmensnachfolger wie auch als Angestellte werden Meisterinnen und Meister im Handwerk händeringend gesucht. Der Fachkräftebedarf ist riesig" Präsident des (ZDH), Hans Peter Wollseifer

Betroffene Bereiche

Im Baubereich und der Bauelektrik seien 2020 auf 100 offene Stellen lediglich 24 Arbeitslose mit passender Qualifikation gekommen. Ähnlich dramatisch sei der Mangel an Fachkräften der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Betroffen von Fachkräftemangel sei aber auch der Verkauf von Fleischwaren. Meisterinnen und Meister sind der Studie zufolge beispielsweise in der Medizin-, Orthopädie- und Rehatechnik sowie im Hoch- und im Tiefbau besonders knapp. 

Handwerk hat Imageproblem bei Jugendlichen

Schwierigkeiten habe das Handwerk, alle Ausbildungsplätze zu vergeben. Der Anteil der unbesetzten Lehrstellen sei im deutlich Handwerk höher als in anderen Ausbildungsbereichen. Das Handwerk habe bei jungen Menschen noch immer mit einem Imageproblem zu kämpfen. 

"Jugendliche wissen viel zu wenig über die vielfältigen und zukunftssicheren Möglichkeiten im Handwerk. Es gebe zahlreiche Handwerksberufe mit «mit Karriereoptionen, die denen eines Studiums in Nichts nachstehen" , klagte ZDH-Präsident Wollseifer