13.01.2021 | Bayern Gesetzesänderung zum Extra-Kinderkrankengeld: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wegen des Schul- und Kita-Lockdowns haben viele Eltern ein akutes Problem bei der Betreuung ihrer Kinder. Für Familien gibt es jetzt Klarheit bei den geplanten zusätzlichen Kinderkrankentagen in diesem Jahr. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen gibt es bei uns!

Foto: Christian Beutler/KEYSTONE/dpa

Vor allem junge Familien kommen durch parallel laufendes Homeschooling und Homeoffice an ihre Grenzen. Deswegen soll es Eltern ermöglicht werden, sich unkompliziert und ohne finanzielle Verluste um ihre Kinder zu Hause zu kümmern. Dafür wird der Anspruch auf Kinderkrankengeld verlängert. Und es soll auch dann ausgezahlt werden, wenn Schulen und Kitas geschlossen bleiben. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder haben vereinbart, die Kinderkrankentage pro Elternteil in diesem Jahr von 10 auf 20 zu verdoppeln - für Alleinerziehende sogar von 20 auf 40.  Jetzt hat die Bundesregierung die entsprechende Gesetzesänderung auf den Weg gebracht. Diese muss jetzt noch im Bundestag durchgewunken werden und soll dann rückwirkend zum 5. Januar gelten.

Hier sind die wichtigsten Fragen & Antworten: 

1. Wer hat Anspruch auf das Extra-Kindergeld?

Wenn ihr als berufstätige Eltern gesetzlich krankenversichert seid und generell Anspruch auf Krankengeld habt, habt ihr auch Anspruch auf diese Leistung. Eine Voraussetzung ist ebenfalls, dass es in eurem Haushalt keine andere Person gibt, die euer Kind betreuen kann.

Das Kinderkrankengeld können aber auch Eltern beantragen, die theoretisch im Homeoffice arbeiten könnten.

2. Wie muss ich meinen Anspruch auf das Extra-Kindergeld nachweisen? 

Ist das Kind krank, muss der Betreuungsbedarf gegenüber der Krankenkasse auch nachgewiesen werden. Das ist mit einer Bescheinigung von eurem Arzt möglich.  Ausgefüllt werden muss die „Ärztliche Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes“. Muss euer Kind wegen einer Schul-oder Kitaschließung zu Hause betreut werden, genügt eine Bescheinigung der jeweiligen Einrichtung.

3. Ist es möglich, den gesamten Anspruch für Schul- oder Kitaschließungen zu verwenden? 

Ja, das ist möglich. Die 20 Tage für Eltern bzw. 40 Tage für Alleinerziehende können sowohl für die Betreuung eines kranken Kindes verwendet werden als auch für die Betreuung, wenn die Schule oder Kita geschlossen wurde.

 4. Muss die Schule bzw. Kita komplett geschlossen sein, damit ich auch Anspruch habe?

Nein, es reicht auch, wenn die Präsenzpflicht in der Schule aufgehoben ist oder der Zugang zur Kita eingeschränkt wurde. Es reicht auch für einen Anspruch, wenn nur die Klasse oder Gruppe nicht in die Schule bzw. Kita gehen kann.

5. Kann ich das Extra-Kindergeld auch beanspruchen, wenn ich schon die Elternentschädigung bekomme?

Neben den zusätzlichen Kinderkrankentagen gibt es für Eltern auch die Möglichkeit, eine staatliche Entschädigung zu bekommen, wenn sie wegen pandemiebedingter Einschränkungen an Schulen und Kitas nicht zur Arbeit können. Der Staat zahlt dann über den Arbeitgeber 67 Prozent Lohnersatz, maximal 2016 Euro pro Monat. Beide Leistungen gleichzeitig gibt es aber nicht. 

Wenn ein Elternteil Kinderkrankengeld beansprucht, ruht in dieser Zeit für beide Elternteile der Anspruch auf die Entschädigungszahlung, heißt es vom Bundesgesundheitsministerium.

6. Wer trägt die Kosten für das Extra-Kindergeld?

Es wird mit Mehrkosten für die Krankenkassen in dreistelliger Millionenhöhe gerechnet. Die Kosten sollen durch höhere Zuschüsse vom Bund an die Kassen ausgeglichen werden.