14.09.2020 | Bayern Hightech-Agenda: So will Bayern die Autoindustrie und Wirtschaft fördern

Im Zuge der "Hightech-Agenda" will der Freistaat Bayern massiv investieren. Auch die angeschlagene Autoindustrie und deren Zulieferer in Bayern sollen unterstützt werden.

Foto: Peter Kneffel/dpa

In Zeiten der angeschlagenen Wirtschaft durch die Corona-Krise will Bayern den geplanten Ausbau seines Hightech-Forschungsnetzwerkes massiv vorantreiben. Darauf hat sich das Kabinett am Montag in München geeinigt. Ursprünglich war die sogenannte Hightech Agenda (HTA) erst bis zum Jahr 2023 geplant, jetzt soll diese beschleunigt werden. 

Corona-Krise zwingt Wirtschaft und Forschung zum Handeln

"Wenn wir Transformation und Corona zusammenzählen, dann hat das in etwa die Wirkung eines Rasenmähers gehabt, der viel Altes abmäht und jetzt müssen wir wieder gut düngen, damit Neues nachwächst.", sagte Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Zusätzlich zu dem 20 Millarden Euro Hilfspaket mit dem die bayerische Wirtschaft in der Corona-Krise unterstützt werden soll, soll die HTA mit zusätzlichen 900 Millionen Euro ein zusätzlicher Anschub zum Neustart der Wirtschaft nach Corona werden. 

Massive Investition in Forschung

Bayerns Hightech-Agenda sah bisher vor, bis 2023 ein neues Netzwerk für Spitzenforschung im Bereich Künstliche Intelligenz und Robotik landesweit zu schaffen. Dazu sollen ab dem 01. April 2021 alle knapp 1.800 Professuren und Forschungsstellen besetzt werden. Zudem sind mehr als 13.200 neue Studienplätze an allen bayerischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften geplant. 

Hilfen für angeschlagene Industriezweige

Auch der angeschlagenen Industrie soll geholfen werden. Dafür sieht die bayerische Regierung einen Fünf-Punkte-Zukunftsplan vor. Unter anderem soll in diesem Zuge die Nachfrage gestärkt werden. Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger brachte in diesem Zusammenhang ein Flottenerneuerungsprogramm ins Spiel. "Ich glaube weiterhin an den moderne Dieselfahrzeuge", so der Wirtschaftsminister. Mit einem Flottenerneuerungsprogramm könnten alte Nutzfahrzeuge, wie LKW auf modernere Fahrzeuge umgerüstet werden. So würde durch eine höhere Nachfrage auch noch die Autoindustrie gestärkt werden. 

Zukunftstechnologien fördern

Damit die Wirtschaft auch in den nächsten Jahren konkurrenzfähig sein kann, will der Freistaat Bayern Zukunftstechnologien wie etwa Künstliche Intelligenz, Quantencomputing, 6G-Mobilfunk, Additive Fertigung, Robotik und Wasserstoff vorantreiben und Unternehmen beim technologischen Wandel helfen.  

Neue Krankenhausprojekte in Bayern

Besonders zu Beginn der Corona-Pandemie gab es Bedenken um fehlende Krankenhaus-Kapazitäten. Damit der Freistaat für besondere Situationen, wie die aktuelle Corona-Krise künftig besser gerüstet ist, sollen zusätzliche 344 Millionen Euro in den Neubau und die Modernisierung von bayerischen Krankenhäusern gesteckt werden. Der Ministerrat hat hier schon den den Startschuss für 17 neue Krankenhausbauvorhaben in ganz Bayern gegeben. Diese Bauvorhaben sollen sich auf alle sieben bayerischen Regierungsbezirke verteilen.