30.01.2019 | Bayern 500.000 Kunden betroffen: Umstrittener Stromanbieter BEV Energie beantragt Insolvenz

Der umstrittene Strom- und Gasanbieter BEV Energie hat beim Münchner Amtsgericht Insolvenz angemeldet. Damit könnten etliche der rund 500.000 Kunden, die noch auf Auszahlung von Guthaben warten, möglicherweise leer ausgehen.

Foto: Screenshot bev-energie.com

Der umstrittene Strom- und Gasanbieter BEV Energie hat beim Münchner Amtsgericht Insolvenz angemeldet. Betroffen davon sind deutschlandweit rund 500.000 Kunden. Die Zentrale der Bayerischen Energieversorgungsgesellschaft ist in München.

Kunden werden weiter versorgt

"Die BEV Bayerische Energieversorgungsgesellschaft mbH war zuletzt durch gestiegene Energie-Beschaffungskosten in Schwierigkeiten geraten", teilte das Unternehmen mit. Kunden würden nun "durch die gesetzlich vorgesehene Ersatzversorgung durch den kommunalen Grundversorger ohne Unterbrechung mit Strom und Gas beliefert". Allerdings haben wohl etliche Kunden noch Guthaben bei dem Unternehmen. Ob diese Verbraucher jemals ihr Geld wiedersehen, ist zum jetzigen Zeitpunkt völlig unklar.

Einer Mitteilung des Amtsgerichts München zufolge wurde der Münchner Anwalt Axel Bierbach zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Zuvor hatte die "Wirtschaftswoche" darüber berichtet.

Beschwerden häuften sich

Über das Geschäftsgebaren des 2013 gegründeten Unternehmens hatte es laut Medienberichten immer wieder Kundenbeschwerden gegeben. Bundesweit sollen Kunden unter anderem erst mit günstigen Preisen gelockt worden sein, bevor BEV dann die Preise massiv erhöhte. Verkauft hat die BEV ihre Tarife in erster Linie über die Preisvergleichsportale Verivox und Check24. Laut "Wirtschaftswoche" war in der Folge das Geschäftsmodell wegen zuhoher Kündigungsquoten in Schieflage geraten.

Anfang 2019 schaltete sich Aufsichtsbehörde ein

Die Bundesnetzagentur hatte Anfang des Jahres ein Aufsichtsverfahren gegen den Energieversorger eingeleitet. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hatte noch in der vergangenen Woche bei dem Unternehmen ein "rechtstreues Verhalten" angemahnt. "Ich warne die BEV Energie davor, das Vertrauen ihrer Kunden weiter zu missbrauchen. Dies würde letzten Endes nicht nur dem Unternehmen selbst schaden, sondern auch zu einem Imageschaden der gesamten Energieversorger-Branche führen", hatte Aiwanger gesagt.

Mehr zur BEV-Insolvenz: