25.03.2020 | Bayern Kommunalwahl in Bayern: So läuft die Stichwahl am Sonntag ab

In vielen bayerischen Städten und Gemeinden kommt es am kommenden Sonntag zu Stichwahlen. Aufgrund der Corona-Krise wird diese Wahl ausschließlich als Briefwahl stattfinden.

Foto: Felix Hörhager/dpa

Nach der Kommunalwahl von vor zwei Wochen sind an diesem Sonntag in vielen bayerischen Gemeinden und Städten Stichwahlen notwendig, um einen Landrat oder einen Bürgermeister zu wählen. Diese Wahl findet in Zeiten der Corona-Krise und den damit verbundenen Ausgangsbeschränkungen als Briefwahl statt. Wir beantworten euch die wichtigsten Fragen.

Wo kommt es überall zur Stichwahl?

Insgesamt kommt es nach Angaben des Innenministeriums zu rund 750 Stichwahlen (erste Bürgermeister, Oberbürgermeister und Landräte) - überall dort, wo kein Bewerber im ersten Durchgang mehr als 50 Prozent der Stimmen holte. 

Dort haben die Wahlberechtigten nun die Wahl zwischen den beiden Erstplatzierten des ersten Durchgangs. 18 Landratsposten sind noch offen und 16 Oberbürgermeisterposten in kreisfreien Städten - darunter auch München, Nürnberg und Augsburg.

Kreisfreie Städte: 

  • Ansbach: Carda Seidel (parteilos) - Thomas Deffner (CSU)
  • Aschaffenburg: Jürgen Herzing (SPD) - Jessica Euler (CSU)
  • Augsburg: Eva Weber (CSU) - Dirk Wurm (SPD)
  • Bamberg: Andreas Starke (SPD) - Jonas Glüsenkamp (Grüne)
  • Bayreuth: Thomas Ebersberger (CSU) - Brigitte Merk-Erbe (Grüne)
  • Coburg: Dominik Sauerteig (SPD) - Christian Meyer (CSU)
  • Erlangen: Florian Janik (SPD) - Jörg Volleth (CSU)
  • Hof: Harald Fichtner (CSU) - Eva Döhla (SPD)
  • Ingolstadt: Christian Lösel (CSU) - Christian Scharpf (SPD)
  • Landshut: Alexander Putz - Sigi Hagl (Grüne)
  • München: Dieter Reiter (SPD) - Kristina Frank (CSU)
  • Nürnberg: Thorsten Brehm (SPD) - Marcus König (CSU)
  • Regensburg: Astrid Freudenstein (CSU) - Gertrud Maltz-Schwarzfrischer (SPD)
  • Rosenheim: Andreas März (CSU) - Franz Opperer (Grüne)
  • Schwabach: Michael Fraas (CSU) - Peter Reiß (SPD)
  • Weiden: Jens Meyer (SPD) - Benjamin Zeitler (CSU)

Landkreise:

  • Landkreis Ansbach: Jürgen Ludwig (CSU) - Jürgen Seifert (Freie Wähler)
  • Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: Josef Niedermaier (FW) - Anton Demmel (CSU)
  • Landkreis Bayreuth: Klaus Bauer (CSU) - Florian Wiedemann (FW)
  • Landkreis Berchtesgadener Land: Bernhard Kern (CSU) - Bartl Wimmer (Grüne)
  • Landkreis Eichstätt: Alexander Anetsberger (CSU) - Alfons Frey (FW)
  • Landkreis Erding: Martin Bayerstorfer (CSU) - Hans Schreiner (FW/Grüne/SPD)
  • Landkreis Freising: Manuel Mück (CSU) - Helmut Petz (FW)
  • Landkreis Garmisch-Partenkirchen: Sigrid Meierhofer (SPD) - Elisabeth Koch (CSU)
  • Landkreis Main-Spessart: Sabine Sitter (CSU) - Christoph Vogel (FW)
  • Landkreis Miesbach: Wolfgang Rzehak (Grüne) - Olaf von Löwis (CSU)
  • Landkreis München: Christoph Göbel (CSU) - Christoph Nadler (Grüne)
  • Landkreis Pfaffenhofen an der Illn: Martin Rohrmann (CSU) - Albert Gürtner (FW)
  • Landkreis Rosenheim: Otto Lederer (CSU) - Ursula Zeitlmann (Grüne)
  • Landkreis Starnberg: Stefan Frey (CSU) - Martina Neubauer (Grüne)
  • Landkreis Unterallgäu: Rainer Schaal (CSU) - Alex Eder (FW)
  • Landkreis Weilheim-Schongau: Andrea Jochner-Weiß (CSU) - Karl-Heinz Grehl (Grüne)
  • Landkreis Würzburg: Thomas Eberth (CSU) - Karen Heußner (Grüne)
Wie laufen die Wahlen ab?

Damit das Infektionsrisiko möglichst gering gehalten wird, findet diese Stichwahl ausschließlich als Briefwahl statt. Sollte es in eurer Stadt oder eurer Gemeinde zu einer Stichwahl kommen, braucht ihr nichts weiter machen, die Briefwahlunterlagen werden euch automatisch an euren Hauptwohnsitz geschickt. Diesen Wahlschein füllt ihr aus, packt diesen in den beigelegten Briefumschlag und bringt ihn zur Post. Dabei fällt für euch kein Porto an.

Beim Auszählen der Stimmen ist laut Innenminister Herrmann für ausreichend Infektionsschutz gesorgt. Die Gemeinden hätten genügend Platz und würden darauf achten, dass die Wahlhelfer die Mindestabstände einhalten. Zudem werden bei einer Briefwahl deutlich weniger Wahlhelfer benötigt, als zu einer Wahl mit Wahllokalen.

Wann ist wenn noch keine Briefwahlunterlagen bekommen habe?

Solltet ihr bis Mittwochnachmittag (25.03.2020) noch keine Briefwahlunterlagen erhalten haben, könnt ihr euch telefonisch bei eurer Stadt oder eurer Gemeinde melden. Die Wahlunterlagen könnt ihr euch dann beim Wahlamt abholen. 

Bis wann muss ich die Briefwahlunterlagen abschicken?

Die Briefwahlunterlagen müssen bis spätestens Sonntag (29.03.2020) 18 Uhr bei eurer Stadt oder eurer Gemeinde eingegangen sein. Wenn ihr den Brief mit der Deutschen Post verschickt, empfiehlt es sich diesen spätestens Freitag abzuschicken. In den betroffenen Gemeinden soll es laut Innenminister Herrmann auch am Wahlsonntag noch Sonderleerungen der Briefkästen der Deutschen Post geben. 

Wer auf Nummer sicher gehen will, wirft den Wahlbrief am besten aber in den Briefkasten am jeweiligen Rathaus. 

Wer wegen Krankheit oder sonstigen Gründen das Haus nicht verlassen darf, hat die Möglichkeit sich von Familienangehörigen oder Freunden helfen zu lassen. 

Wie hoch ist das Infektionsrisiko bei der Briefwahl?

Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung ist eine Infektion mit dem Corona-Virus über die Briefwahlunterlagen unwahrscheinlich. Grund: Das Virus ist auf trockenen Oberflächen nicht sonderlich stabil und ist schon nach mehr als 24 Stunden nicht mehr infektiös.

Wann steht das Wahlergebnis fest?

Am Sonntag, 18 Uhr beginnen die Wahlhelfer mit der Auszählung der Stimmen. In manchen Städten oder Gemeinden steht dann schon am Sonntagabend das Wahlergebnis fest. Einzelne Kommunen haben allerdings angekündigt, erst am Montag mit dem Auszählen zu beginnen - unter anderem die Stadt Regensburg. Man habe die Zahl der Auszählenden wegen des Coronavirus massiv reduziert, zulasten der Schnelligkeit, heißt es von der Stadt.