16.12.2018 | Bayern Messerstecher von Nürnberg: Die neuesten Infos der Polizei zu Täter und Tat

Am Donnerstagabend kam es im Nürnberger Stadtteil St. Johannis zu drei Angriffen auf Frauen durch einen Unbekannten. Heute hat Innenminister Hermann und die Polizei den aktuellen Ermittlungsstand bekannt gegeben.

Foto: Bild: Polizei Mittelfranken


Hier die wichtigsten Aussagen aus der heutigen Pressekonferenz:

Innenminister Herrmann bezeichnet die Festnahme des Verdächtigen als "großartigen Erfolg." Die Festnahme sei auch wichtig gewesen, um den Bürgern die Angst vor weiteren Attacken zu nehmen. Er bedankt sich bei der Nürnberger Polizei für den Fahndungserfolg. Polizeipräsident Roman Fertinger erklärt, am Samstagmorgen habe man einen Mann kontrolliert, auf den die Täterbeschreibung gepasst habe. Auch sei ein Messer dabei gefunden worden. Der Mann sei dann festgenommen worden. Man habe sich bewusst entschieden, die Information über die Festnahme eines Mannes erst später bekannt zu geben, um, im Falle einer falschen Festnahme, keine Falschmeldung in die Öffentlichkeit zu bringen. 

Die Polizei ist sich sicher, den richtigen zu haben. Damit kann man jetzt Entwarnung geben!

Ausschlaggebend sei gewesen, dass man die DNA eines der Opfer an der Jacke und dem Messer des Verdächtigen gefunden. Der Täter befinde sich derzeit in Untersuchungshaft.

Der Täter ist nach jetzigem Stand ohne festen Wohnsitz und hat sich seit einigen Wochen im Bereich Nürnberg aufgehalten. Warum er in Nürnberg war, wissen die Ermittler noch nicht. 

Gegen den Beschuldigten liegen einige Vorstrafen, überwiegend aus dem Osten Deutschlands, vor. Zuletzt war er im November 2015 im Gefängnis. Die letzte Strafe stammt aus dem März 2018. 2002 wurde der Tatverdächtige wegen einer Vergewaltigung zu einem Jahr Haft nach Jugendstrafrecht verurteilt

Insgesamt gibt es 18 Vorverurteilungen im Fall des Festgenommen. Seine Akte ist ein "Spaziergang quer durchs Strafgesetzbuch", sagt  Oberstaatsanwältin Gabriels-Gorsolke. 

Bei der Tatwaffe handelt es sich um ein etwa 25 Centimeter langes Messer. An der Waffe sei DNA eines der Opfers gefunden worden.

Am Abend des 13. Dezembers hat der Täter in Nürnberg einen Diebstahl verübt. er wollte ein Messer stehlen. Es war aber nicht die Tatwaffe.

Der Verdächtige schweigt bisher, lediglich am Anfang hat er sich "vage zur Tat geäußert."

Zum genauen Tathergang:

Nach aktuellem Kenntnisstand ereignete sich der erste Vorfall gegen 19:20 Uhr im Kirchenweg. Eine 56-jährige Frau war zu Fuß im Kirchenweg in Richtung Johannisstraße unterwegs, als sie plötzlich von einem Unbekannten, der ihr entgegen kam, in den Oberkörper gestochen wurde. Anschließend flüchtete der Täter in Richtung Friedrich-Ebert-Platz. Die schwer verletzte Frau musste nach notärztlicher Erstversorgung in einem Klinikum notoperiert werden. Die Polizei leitete sofort umfangreiche Fahndungsmaßnahmen ein.

Gegen 22:45 Uhr wurde eine zweite Frau in der Arndtstraße Opfer eines unbekannten Täters. Der Mann stach völlig unvermittelt auf die 26-Jährige, die sich auf dem Heimweg befand, ein. Kurz darauf griff ein Unbekannter eine 34-Jährige an und stach auf sie ein. Sie war in der Campestraße auf dem Heimweg unterwegs. Danach flüchtete der Mann.
in Richtung Burgschmietstraße/Johannisstraße.

Unmittelbar nach dem Vorfall löste die Polizei erneut umfangreiche Fahndungsmaßnahmen aus. Dabei waren sowohl Diensthundeführer als auch ein Polizeihubschrauber im Einsatz. Im Zuge der Fahndung wurden auch mehrere Personen überprüft. Diesbezüglich dauern die Ermittlungen noch an. Es ist nicht auszuschließen, dass es sich in allen drei Fällen um ein und denselben Täter gehandelt haben könnte.