15.12.2018 | Bayern Nach Serie von Messerattacken in Nürnberg: Tatverdächtiger festgenommen

Am Donnerstagabend kam es im Nürnberger Stadtteil St. Johannis zu drei Angriffen auf Frauen durch einen Unbekannten. Jetzt hat die Polizei einen dringend Tatverdächtigen festgenommen.

+++ Update Samstag 15.12.2018 +++

Nach einem DNA-Abgleich hat die Polizei einen 38jährigen Tatverdächtigen festgenommen!  Er könnte derjenige sein, der am Donnerstagabend drei Frauen in Nürnberg mit dem Messer attackiert hat.

Der Mann sitze seit dem Nachmittag in Untersuchungshaft, so die Polizei. Für Sonntagmittag kündigte die Polizei eine Pressekonferenz zu dem Fall an, daran teilnehmen soll auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).


Kenntnisstand Freitag 14.12.2018

++ Hinweistelefon der Polizei Mittelfranken eingerichtet: 0800 1999 200 ++

Täter noch flüchtig - Tatwaffe noch nicht gefunden

Auf einer Pressekonferenz am Freitagmittag gaben die Ermittler unter anderem bekannt, dass die  Tatwaffe noch nicht gefunden worden sei. Außerdem liege momentan kein Motiv vor und es ist derzeit auch keinerlei Täter-Opfer-Beziehung auszumachen.

Drei Frauen sind in Nürnberg von einem unbekannten Mann unvermittelt niedergestochen und schwer verletzt worden. Sie wurden in Kliniken notoperiert, wie ein Polizeisprecher am Freitag sagte. Der Angreifer hatte die Fußgängerinnen am Donnerstagabend nacheinander mit einem zunächst unbekannten Gegenstand attackiert. Er habe unvermittelt zugestochen und nicht mit ihnen gesprochen, sagte der Sprecher. Die Polizei warnte die Bevölkerung vor dem flüchtigen Mann. Er könne mit einem Messer bewaffnet sein. Bislang konnte aufgrund der Verletzungen nur eine der drei Frauen befragt werden.

Nürnberg: Umfangreiche Fahndung nach unbekanntem Messerstecher

Zahlreiche Polizisten fahnden nach dem Täter. In der Nacht suchten die Beamten mit einem Hubschrauber und Polizeihunden nach ihm. Auch Spezialeinheiten mit stichsicheren Anzügen aus feinen Metallketten waren im Einsatz. 

Im Laufe des Freitags wollten die Ermittler Anwohner und die drei Fußgängerinnen nochmals befragen. Ob der Gesundheitszustand der angegriffenen Frauen dies zulässt, war zunächst unklar. Kurz nach den Attacken hatten die schwer verletzten Opfer noch Angaben zum Täter machen können. Weil sich diese aber unterschieden, konnte die Polizei mehrere Täter zunächst nicht sicher ausschließen.

Um den Angreifer möglichst schnell zu finden, hat die Polizei eine Sonderkommission eingerichtet. Eine Mordkommission ermittelte schon in der Nacht.

Personenbeschreibungen des Unbekannten
  • ca. 25 - 30 Jahre alt
  • zwischen 175 und 180 cm groß, normale Statur
  • blonde bis dunkelblonde Haare
  • heller Teint
  • Drei-Tage-Bart
  • Zur Bekleidung gibt es derzeit unterschiedliche Aussagen, unter anderem: orange Jogginghose, schwarze Jacke, blaues Jackett

Hinweise bitte an den Kriminaldauerdienst Mittelfranken unter der Telefonnummer 0911 2112 - 3333.

Polizei dazu auf Twitter:

Zum genauen Tathergang:

Nach aktuellem Kenntnisstand ereignete sich der erste Vorfall gegen 19:20 Uhr im Kirchenweg. Eine 56-jährige Frau war zu Fuß im Kirchenweg in Richtung Johannisstraße unterwegs, als sie plötzlich von einem Unbekannten, der ihr entgegen kam, in den Oberkörper gestochen wurde. Anschließend flüchtete der Täter in Richtung Friedrich-Ebert-Platz. Die schwer verletzte Frau musste nach notärztlicher Erstversorgung in einem Klinikum notoperiert werden. Die Polizei leitete sofort umfangreiche Fahndungsmaßnahmen ein.

Gegen 22:45 Uhr wurde eine zweite Frau in der Arndtstraße Opfer eines unbekannten Täters. Der Mann stach völlig unvermittelt auf die 26-Jährige, die sich auf dem Heimweg befand, ein. Kurz darauf griff ein Unbekannter eine 34-Jährige an und stach auf sie ein. Sie war in der Campestraße auf dem Heimweg unterwegs. Danach flüchtete der Mann.
in Richtung Burgschmietstraße/Johannisstraße.

Unmittelbar nach dem Vorfall löste die Polizei erneut umfangreiche Fahndungsmaßnahmen aus. Dabei waren sowohl Diensthundeführer als auch ein Polizeihubschrauber im Einsatz. Im Zuge der Fahndung wurden auch mehrere Personen überprüft. Diesbezüglich dauern die Ermittlungen noch an. Es ist nicht auszuschließen, dass es sich in allen drei Fällen um ein und denselben Täter gehandelt haben könnte.