31.08.2020 | Bayern Schul-Regelungen: So geht's nach den Ferien weiter

Lange wurde gemutmaßt und diskutiert, wie sich das Schuljahr 2020/21 gestalten wird. Eine Woche vor Schulstart haben Ministerpräsident Markus Söder und der bayerische Kultusminister Michael Piazolo jetzt die Corona-Regeln bekannt gegeben. Auch eine Maskenpflicht im Unterricht wird für die meisten Klassen dazugehören.

Foto: Peter Kneffel/Pool dpa/dpa Bayerischer Kultusminister Michael Piazolo und Ministerpräsident Markus Söder

Auf einen Blick:

Mit folgenden Maßnahmen wird Bayern am kommenden Dienstag, den 8. September, ins neue Schuljahr starten:

  • Das Schuljahr startet mit Vollunterricht und ganzen Klassen.
  • nur bei hohem Infektionsgeschehen werden Klassen wieder geteilt oder geschlossen. Distanzunterricht wäre dann wieder gegeben.
  • keine Maskenpflicht im Unterricht für die Grundschulen
  • bei allen anderen Klassen - nach der Grundschule - gilt in den ersten zwei Wochen Maskenpflicht auch im Unterricht
  • nach den ersten zwei Wochen gilt die Maskenpflicht weiter, wenn über 35 Infektionen auf 100.000 Personen in 7 Tagen in der Region gemeldet sind.
  • auf dem Schulweg, im Schulhaus und dem Pausenhof gilt in allen Schulen Maskenpflicht

Die Entscheidungen im Detail:

Als oberste Priorität hat Ministerpräsident Söder den Vollunterricht und damit auch das Erfüllen des Bildungsauftrags angesetzt. Damit dieser möglichst reibungslos vonstatten gehen kann, müssen deshalb alle Schülerinnen und Schüler innerhalb der ersten 10 Tage nach Schulstart nicht nur auf den Gängen und Toiletten, sondern auch während des Unterrichts eine Maske tragen. Ausgenommen sind davon nur die Grundschüler. 

Nach diesen 10 Tagen kommt es dann darauf an, ob sich die Schule in einer Region befindet, in welcher sich der 7-Tage-Inzidenzwert bei 35 oder mehr befindet, sich also innerhalb einer Woche mindestens 35 von 100.000 Einwohner mit Corona angesteckt haben. Aktuell wäre das zum Beispiel für München oder Rosenheim der Fall.

Hinzukommt, dass zum Schulstart für jede Schule ein eigenes Hygienekonzept vorliegen soll und auch ausgiebige Testkapazitäten für Schüler und Lehrer geschaffen werden.

Mögliche weitere Maßnahmen

Auch im Fall von Teilschulschließungen und möglichem Distanzunterricht sehen sich die Behörden gut vorbereitet: Insgesamt stellt der Freistaat 370.000 neue Laptops und Notebooks zur Verfügung: Davon gehen 250.000 an die Schülerinnen und Schüler und 120.000 an die Lehrkräfte.

Diese sollen über die technische Ausstattung hinaus aber auch besonders geschützt werden, bzw. die die zur Risikogruppe gehören. Hierzu hat die Bayerische Staatsregierung 800 neue Stellen geschaffen, welche mit sog. „Teamlehrkräften“ besetzt werden sollen, um ältere Lehrerinnen und Lehrer entlasten zu können und das Infektionsgeschehen an Schulen auf einem Minimum zu halten.

Grundsätzlich gilt deshalb auch, dass künftig ein flächendeckender Lockdown, wie wir ihn Anfang des Jahres erlebt haben, vermieden und auf lokales Infektionsgeschehen individuell eingegangen werden soll. Das geschieht wiederum in einer Art Stufen-Konzept: Ab einer Inzidenz von 35, gilt die Maskenpflicht, ab einem Wert von 50 geht es in den Wechselunterricht und erst später folgen härtere Maßnahmen, damit -wie Kultusminister Michael Piazolo in der Pressekonferenz meinte- der Staat in einem Land, in dem die Schulpflicht gelte, auch seiner Verantwortung gerecht werde, diese mit Bildung zu füllen.