27.01.2022 | Bayern Novavax-Start in Bayern ab Februar: Ein Booster für die Impfquote?

Noch immer liegt die Impfquote Bayerns unter dem bundesweiten Durchschnitt. Der Start des neuen Impfstoffs von Novavax könnte dabei helfen, Impfskeptiker doch noch von einer Immunisierung gegen das Corona-Virus zu überzeugen. Schon im Februar sollen die ersten Dosen im Freistaat ankommen. Was ihr jetzt zum Novavax-Start alles wissen müsst:

Foto: Alastair Grant/AP/dpa

Weil Bayern im bundesweiten Vergleich bei der Impfquote noch hinterher hinkt, liegen die Hoffnungen jetzt auf den neuen Impfstoff von Novavax. Die ersten Lieferungen sollen in der dritten Februarwoche im Freistaat eintreffen und sollen laut Gesundheitsministerium zunächst den Beschäftigten im Gesundheits- und Pflegebereich zur Verfügung stehen.

Die Wirksamkeit des neuen Impfstoffs liege bei rund 90 Prozent, sagt André Gessner, Mikrobiologe am Uniklinikum in Regensburg. Damit sei die Schutzfunktion ähnlich die der mRNA-Impfstoffe. Die liege bei etwa 95 Prozent.

Das Besondere am neuen Impfstoff

Der Impfstoff von Novavax besteht aus einem einzelnen Protein des Virus, einem Eiweiß. Dieses wird von den Immunzellen als fremdes Eiweiß erkannt. Der Körper bildet Antikörper. Das Prinzip dieser Impfung ist schon länger bekannt, wie z.B. bei Hepatitis B. Daher habe man bei diesem Impfstoff deutlich längere Erfahrung, so Gessner im ANTENNE BAYERN-Interview. Wie Novavax bei der Corona-Variante Omikron wirkt, sei noch unklar. Das bestätigen auch die Virologen Thomas Bollinger vom Klinikum Bayreuth und Reinhard Hoffmann vom Uniklinikum Augsburg.

Novavax vor allem zur Grundimmunisierung gedacht

Als Nebenwirkungen einer Novavax-Impfung wurden bei einer Studie mit etwa 30.000 Teilnehmern vor allem Schmerzen an der Einstichstelle, grippale Symptome oder Übelkeit genannt. Bisher sei von mögliche Thrombosen wie bei AstraZeneca nichts bekannt, so Dr. Thomas Bollinger.

Zum Thema „Boostern mit Novavax“ verweist der Virologe Reinhard Hoffmann auf erste Daten aus Großbritannien. Demnach könnte die Immunantwort reduziert sein, wenn die Erstimpfung mit einem mRNA-Impfstoff stattgefunden hat. „Daher werden mRNA-Impfstoffe zum Boostern empfohlen. Novavax sollte hauptsächlich als Grundimmunisierung verwendet werden, so Hoffmann. Aber auch hier sei die Datenbasis noch extrem dünn.

„Es gibt erste Daten aus Großbritannien, die sich die Antikörperantwort angeschaut haben. Sie sagen aus, dass die Antwort nach dem Boostern mit Novavax, wenn die Erstimpfung mit einem mRNA-Impfstoff stattgefunden hat, im Vergleich zu Boostern mit einem mRNA-Impfstoff möglicherweise reduziert sein könnte. Daher werden mRNA-Impfstoffe zum Boostern empfohlen. Novavax sollte hauptsächlich als Grundimmunisierung verwendet werden. Aber auch hier ist die Datenbasis extrem dünn, denn die Daten wurden im Labor erhoben. Es gibt noch keine Daten von Patienten.“
Prof. Reinhard Hoffmann vom Uniklinikum Augsburg:
Genaue Zahl der Impfdosen noch unbekannt

Wie viele Impfdosen die einzelnen Regionen erhalten, ist noch unklar. Das hängt laut dem Gesundheitsministerium auch davon ab, wann der Bund den Ländern welche Mengen an Impfstoff zur Verfügung stellt. Dazu gebe es noch keine Informationen. Bei den Impfzentren wie in Regensburg gibt es bereits erste Anfragen nach Impfterminen mit Novavax. Doch solange nicht klar sei, wie viel Impfstoff geliefert werde, so der Leiter des Impfzentrums Richard Leberle, könne man auch keine Termine ausmachen.