03.08.2020 | Bayern Söder: Vorerst keine weiteren Lockerungen, härtere Strafen für Maskenverweigerer

Ministerpräsident Markus Söder hat sich im ARD-Sommerinterview vorerst gegen weitere Corona-Lockerungen ausgesprochen. Zugleich warnte er erneut zu Vorsicht und stellt weitere Hilfen in Aussicht.

Foto: Fabian Sommer/dpa

Angesichts der steigenden Zahlen an Corona-Neuinfektionen hat sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vorerst gegen weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen ausgesprochen. "Wir müssen damit rechnen, dass Corona mit voller Wucht wieder auf uns zukommt", sagte der CSU-Politiker der «Bild am Sonntag». "Wenn wir nicht aufpassen, kann bei uns wieder eine Situation wie im März entstehen." Gefragt sei absolute Wachsamkeit. "Das Virus bleibt eine Daueraufgabe, die uns permanent unter Stress setzt."

Abstand bei Demonstrationen - körperlich und geistig

Die Anti-Corona Demonstrationen am Wochenende in Berlin verurteile Ministerpräsident Söder scharf. Er rate dringend dazu, bei solchen Demonstrationen "nicht nur körperlichen Abstand zu halten, sondern auch geistigen Abstand", so der CSU-Politiker in der ARD. Circa 20.000 Menschen hatten am Samstag in Berlin - ohne Einhaltung der Mindestabstände und das Tragen eines Mund-Nase-Schutz gegen die Corona-Auflagen demonstriert.

Mehr Kontrollen der Maskenpflicht

Im ARD-Sommerinterview spricht sich Söder außerdem für härtere Strafen und mehr Kontrollen für Maskenverweigerer aus. Es gelte die "Vernünftigen vor den Unvernüftigen zu schützen", so der CSU-Politiker. Gerade in der Bahn wo eh schon Fahrkartenkontrollen stattfinden, wäre es leicht das Einhalten der Maskenpflicht zu kontrollieren. 

Weitere Hilfen für Wirtschaft und Arbeitnehmer

Die Regelungen für das Kurzarbeitergeld als Maßnahme gegen Arbeitslosigkeit sollte laut Söder bis weit ins nächste Jahr verlängert werden. "Ich befürchte, es kommen noch schwierige Zeiten auf uns zu", sagte Söder am Sonntag im ARD-Sommerinterview. Auch ein weiteres Rettungspaket für die Automobilzulieferer, die Luft- und Raumfahrt sowie den Maschinenbau, die auf internationale Geschäftsbeziehungen angewiesen sind, sei denkbar. 

Zuschauer im Stadion nicht denkbar

Vor dem Hintergrund der Diskussion um eine Lockerung für Zuschauer bei Fußballspielen erteilte Söder eine Absage. "Daher bin ich auch als Fußballfan sehr skeptisch zum Start der Bundesliga. Geisterspiele ja, aber Stadien mit 25 000 Zuschauern halte ich für sehr schwer vorstellbar.", so der bayerische Ministerpräsident gegenüber der BILD. Das wäre das falsche Signal und auch der Bevölkerung schwer zu vermitteln, wenn man dafür Unmengen von Testkapazitäten aufbrauchen würde.