04.06.2021 | Bayern Soll ab 2022 gelten: Bundesregierung plant Solardach-Pflicht

Solardächer liefern Strom alleine durch Sonnenenergie. Um den Klimaschutz zu fördern, denkt die Regierung offenbar über eine Pflicht für Neubauten nach. Diese könnte bereits ab kommenden Jahr greifen. Was geplant ist und wie handfest die Pläne bisher sind, erfahrt ihr hier.

Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Klimaschutz ist nicht erst seit "Fridays For Future" ein großes Thema. Das Klimaschutz-Urteil aus Karlsruhe setzte damit auch ein politisches Zeichen. Als Reaktion darauf plant die Regierung nun ein Sofortprogramm, um das Urteil in die Tat umzusetzen. Dafür sollen nun die Standards für Neubauten deutlich verschärft werden - u.a. sollen auf allen neu errichteten Häusern Solarpanels installiert werden. Die Vorgaben für Wind- und Solar-Energie sollen so besser durchgesetzt werden können. Das geht aus einem Entwurf zum geplanten Klimaschutz-Sofortprogramm für das Jahr 2022 hervor, der der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt.

Um was geht es genau?

Alle Häuser, die ab nächstem Jahr neu gebaut werden, sollen dann mit Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen ausgestattet sein. Doch nicht nur dann, sondern offenbar auch, wenn grundsätzlich größere Dachsanierungen anstehen. 

Neubauten sollen dann insgesamt einen höheren Energiestandard erfüllen, so wird etwa auch über eine Verschärfung der Dämmungsregeln diskutiert. Der Entwurf beinhaltet ferner, dass der Bund ab 2023 keine fossilen Heizungen mehr fördern darf.

Zum Teil noch Gegenstand von Verhandlungen

Laut dpa hatte zuvor die BILD-Zeitung über den als vertraulich markierten Entwurf berichtet, der sich derzeit noch in der Ressortabstimmung befindet. Es handelt sich dabei um einen Zwischenstand. Erst am 23. Juni soll der Entwurf in seiner endgültigen Fassung im Kabinett verabschiedet werden. Ferner geht die dpa davon aus, dass die Punkte, die im Klimaschutz-Sofortprogramm verankert werden sollen, zum Teil noch Gegenstand von Verhandlungen sind.

Pläne "lächerlich"?

Ein solches Vorhaben bleibt natürlich nicht unkommentiert. Kai Warnecke, Chef des Verbands Haus & Grund, soll gegenüber der BILD-Zeitung geäußert haben: 

„Das ist ein unkoordinierter Schnellschuss, der Bauen und Wohnen dramatisch verteuert.“ 

Es sei 

„lächerlich, eine Solardach-Pflicht einzuführen, ohne endlich den Verkauf des produzierten Stromes an die Bewohner des Hauses zu erlauben“.