03.05.2021 | Bayern Zwangsupdate der WhatsApp-AGB: Das solltet ihr wissen

Wir alle kennen die langen Texte der AGB und keiner liest sie. Doch aktuell wäre es ratsam genau hinzuschauen und nicht sofort auf „akzeptieren“ zu drücken. Denn WhatsApp, der Messenger Dienst von Facebook sieht eine Änderung der AGB vor und erntet dafür heftige Kritik. Was ihr beachten müsst sagen wir euch.

Foto: pexels/Anton

Über 60.Millionen User in Deutschland benutzen den Messenger schon seit Jahren täglich, doch den wenigsten ist bewusst, dass er wie Instagram zum Web-Riesen Facebook gehört. Durch das Update des Nachrichtendienstes erntet die Facebook-Tochter heftige Kritik.

Was soll sich ändern

  • Mit den neuen Datenschutzrichtlinien werden WhatsApp und Facebook noch enger verbunden. Nutzerdaten wie die Art und die Dauer der Nutzung der App sowie Informationen, wo Sie mit WhatsApp chatten oder telefonieren, sind für das Unternehmen interessant. Mit dem Update darf WhatsApp all das erfassen, wenn der Nutzer den Änderungen zustimmt.
  • Informationen zum Smartphone-Modell, dem Akkustand, der Signalstärke und der IP-Adresse können erhoben werden. Wer WhatsApp den Zugriff auf den Standort erlaubt, gibt diesen auch für Diagnosezwecke via IP-Adresse und Anrufvorwahlen frei.
  • Innerhalb der EU ist es so, dass WhatsApp die Nutzungsbedingungen dahingehend überarbeitet, dass die Kommunikation mit Unternehmen ermöglicht wird

Doch die normalen Nachrichten (Chats) zwischen Nutzer*innen bleiben in Deutschland von Facebook unberührt. Des Weiteren fließen zwar ausschließlich Metadaten an Facebook weiter, die aber in der EU allerdings nicht für u.a. individualisierte Werbezwecke ausgewertet werden dürfen.

Wer den Messenger nach dem 15. Mai weiter wie gewohnt nutzen möchte, muss die ganzen o.a. neuen Nutzungsrichtlinien zustimmen. Laut WhatsApp können Nutzer, die den AGB nicht zustimmen den Messenger Dienst nicht mehr nutzen. WhatsApp baut enormen Druck mit der AGB Änderung auf seine Nutzer aus, erste Datenschützer gehen gegen die AGB vor.

Behörden wollen Änderung stoppen

Johannes Caspar Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit (HmbBfDI) aus Hamburg hat ein Dringlichkeitsverfahren gegen Facebook eröffnet und sich gegen die ab Mitte Mai wirkende AGB Änderung ausgesprochen. Das Verfahren soll mit einer Anhörung von Facebook Ireland Ltd. starten, in der das Unternehmen zu den Vorwürfen Stellung beziehen kann. Damit will er die Frist (15. Mai) um drei Monate versuchen zu verlängern. Ziel des Vorhabens ist es eine Anordnung zu erreichen, mit der die Datensammlung von WhatsApp-Nutzern zunächst gestoppt wird.

Sollte Facebook mit den Maßnahmen nicht einverstanden sein, müsste das Unternehmen eine Aufsichtsbehörde überprüfen lassen, welche Daten tatsächlich zwischen WhatsApp und Facebook geteilt werden.

Sperrung des Accounts

WhatsApp plant, Nutzer nach und nach zu sperren, wenn sie die neuen Richtlinien des Messengers nicht annehmen. Das passiert im schlimmsten Fall nach 120 Tagen bei inaktiven Accounts. Dabei sieht das Unternehmen mehrere Schritte vor, um sicherzustellen, dass alle WhatsApp-Nutzer ausreichend informiert werden, bevor die Sperre in Kraft tritt.