04.01.2018 | Bayernreporter 40 Hundwelpen am Grenzübergang Achleiten beschlagnahmt

Am Mittwoch (03.01.) haben Zollbeamte am Grenzübergang Achleiten bei Passau beschlagnahmt. Die Tiere sind zum Teil krank und werden jetzt in verschiedenen Tierheimen versorgt. Das Landratsamt bleibt auf den Kosten für die Tiere sitzen. Und die explodieren. Für das Jahr 2017 rechnet man mit 250.000 Euro.

  • <p>Am Mittwoch (03.01.) haben die Beamten erst wieder 40 Hundwelpen aus dem Verkehr gezogen.</p>

    Am Mittwoch (03.01.) haben die Beamten erst wieder 40 Hundwelpen aus dem Verkehr gezogen.

  • <p>Darunter Englische Bulldoggen, Französische Bulldoggen, Möpse und auch ein Bullterrier, der in Deutschland als Kampfhund eingestuft ist.&nbsp;</p>

    Darunter Englische Bulldoggen, Französische Bulldoggen, Möpse und auch ein Bullterrier, der in Deutschland als Kampfhund eingestuft ist. 

  • <p>Alle in viel zu kleinen Transportboxen gestopft. Versteckt unter Koffern, hinter verdunkelten Scheiben eines Ford Mondeo.&nbsp;</p>

    Alle in viel zu kleinen Transportboxen gestopft. Versteckt unter Koffern, hinter verdunkelten Scheiben eines Ford Mondeo. 

  • <p>Das Landratsamt in Passau rechnet für das Jahr 2017 mit Kosten von rund 250.000 Euro für die Versorgung solcher Tiere.&nbsp;</p>

    Das Landratsamt in Passau rechnet für das Jahr 2017 mit Kosten von rund 250.000 Euro für die Versorgung solcher Tiere. 

Es ist für die Zollbeamten in Achleiten bei Passau fast schon zur Routine geworden. Am Mittwoch (03.01.) haben die Beamten erst wieder 40 Hundwelpen aus dem Verkehr gezogen. Darunter Englische Bulldoggen, Französische Bulldoggen, Möpse und auch ein Bullterrier, der in Deutschland als Kampfhund eingestuft ist.  Alle in viel zu kleinen Transportboxen gestopft. Versteckt unter Koffern, hinter verdunkelten Scheiben eines Ford Mondeo. Die beiden Ungarn, die die Tiere nach Bayern bringen wollten, hatten keine Papiere für die Welpen. 

Die Hunde wurden beschlagnahmt. Und damit beginnt die Arbeit für das zuständige Veterinäramt erst richtig. Weil solche Fälle auf Grund der wiedereingeführten Grenzkontrollen immer häufiger auftreten, wurde in einer Einrichtung des Landkreises zu einer sogenannten "Erstaufnahmestation" umfunktioniert , so Birgit Bachl vom Landratsamt Passau. Dort werden die Tiere untersucht, entsprechend medizinisch versorgt und dann auf die sowieso schon übervollen Tierheime in der Region aufgeteilt. Das Landratsamt in Passau rechnet für das Jahr 2017 mit Kosten von rund 250.000 Euro für die Versorgung solcher Tiere. 

Unterstützung durch den Freistaat 

Der Passauer Landrat Franz Meyer ist seit mehreren Monaten in Gesprächen mit dem Bayerischen Umweltministerium und fordert eine entsprechende finanzielle Unterstützung. "Wir haben noch vor Weihnachten eine Aufstellung der Kosten an das Ministerium geschickt und sind optimistisch, dass zumindest ein Teil der Kosten vom Freistaat übernommen wird", so Birgit Bachl. Im vergangenen Jahr wurden rund 2500 Tiere allein am Grenzübergang zwischen Suben und Passau kontrolliert. Etwa 500 Tiere wurden beschlagnahmt und die Hälfte davon in Tierheimen untergebracht. 

Finger weg von billigen Rassehunden aus dem Internet 

Der Appell von Seiten des Landratsamts ist ein ganz klarer: Bitte keine billigen Rassetiere aus dem Internet kaufen. Diese Tiere kommen oft mit schweren Erkrankungen zu ihren neuen Besitzern und schaffen es auf Grund der Kontrollen oft gar nicht bis dort hin. Weil die Tierschleuser für die entstandenen Kosten nach der Beschlagnahmung der Tiere aufkommen müssten, holen die meisten die Welpen nicht mehr zurück. "Für die ist es billiger, einfach wieder neue Hunde "produzieren" zu lassen und rüber zubringen", so Bachl. 

Hunde als Gebärmaschinen

Unter welchen Umständen solche Hunde in Ländern wie Tschechien gezüchtet werden, ist mittlerweile bekannt. In den meisten Fällen werden die Weibchen dort als wahre "Gebärmaschinen" missbraucht und bringen pro Jahr mehrere Würfe auf die Welt. Die Welpen werden in den meisten Fällen viel zu früh von ihrer Mutter getrennt und werden so schnell es geht für einen viel zu günstigen Preis verkauft. Ein echter Hundefreund sollte also alleine schon zum Wohl der Tiere, die Finger von solchen Hunden lassen. "Wenn es keine Nachfrage gäbe, würden die Hunde auch nicht über die Grenze gebracht.", so Birgit Bachl. Wer auf der Suche ist nach einem Vierbeiner, sollte sich zu aller Erst an die örtlichen Tierheime wenden. Dort freut man sich über jedes Tier, das eine neues und liebevolles zu Hause findet. 

+++ Wer einen kleinen Hund aufnehmen will, kann sich an das Tierheim Wollaberg wenden +++