19.06.2019 | Bayernreporter Ärger um gefährlichen Stachelstreifen auf Treppenstufen in Grombühl

Eigentlich sind solche Stahlzacken nach oben eher von der Taubenabwehr bekannt. Im Würzburger Stadtteil Grombühl wurden solche Metallstacheln jetzt aber auf einer Treppe montiert vor einem Wohnblock – zur Abwehr von Menschen, die sich hier häufiger niedergelassen haben.

  • Diese Stacheltreppe sorgt im Würzburger Stadtteil Grombühl derzeit für Ärger.

    Diese Stacheltreppe sorgt im Würzburger Stadtteil Grombühl derzeit für Ärger.

    Foto: ANTENNE BAYERN
  • Die Metallstacheln wurden auf einer Treppe vor einem Wohnblock montiert.

    Die Metallstacheln wurden auf einer Treppe vor einem Wohnblock montiert.

    Foto: ANTENNE BAYERN
  • Die Begründung der Hauseigentümerin: Die Stacheln sollen Menschen von dem Gebäude fernhalten, die hier ihren Müll liegen lassen.

    Die Begründung der Hauseigentümerin: Die Stacheln sollen Menschen von dem Gebäude fernhalten, die hier ihren Müll liegen lassen.

    Foto: ANTENNE BAYERN
  • Die meisten Anwohner haben für diese gefährliche Aktion kein Verständnis. Die Stadt Würzburg fordert die Hauseigentümerin auf, die Stacheln „unverzüglich zu beseitigen“.

    Die meisten Anwohner haben für diese gefährliche Aktion kein Verständnis. Die Stadt Würzburg fordert die Hauseigentümerin auf, die Stacheln „unverzüglich zu beseitigen“.

    Foto: ANTENNE BAYERN

Weder ein Schild noch sonst ein Hinweis warnt vor den kurzen, aber spitzen Stacheln. Eine Verletzungsgefahr kann nicht ausgeschlossen werden. Auch wenn die Treppen auf privatem Grund stehen, sind sie „öffentlich zugänglich“, erklärt Christian Weiß, Pressesprecher der Stadt Würzburg. Aus diesem Grund wurde die Hauseigentümerin aufgefordert, die Stacheln „unverzüglich zu beseitigen“. Bislang habe die Dame noch nicht reagiert.

Am Wagnerplatz sitzt der Stachel

Die meisten Anwohner haben für diese gefährliche Aktion kein Verständnis. Klar gebe es hier am Wagnerplatz immer mal wieder Trinker, die ihren Müll liegen lassen. Eine Anwohnerin rät dann aber eher zum Aufstellen von Mülleimern statt solcher Stahl-Stacheln. Auch Kinder spielen immer wieder hier. Dass die Situation in den letzten Jahren am sozialen Brennpunkt Wagnerplatz eigentlich wieder entspannter geworden ist, bestätigt auch die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt.

Anwohner: Die Treppen sind ein Treffpunkt

„Das ist menschenfeindlich“, sagt Petra Pohl von der Buchhandlung Erlesen gleich gegenüber von dem Mehrfamilienhaus. Grombühl sei ein besonderer Stadtteil mit einer sehr hohen Toleranz für die vielen ärmeren Menschen. „Die Obdachlosen sind hier integriert - genau das ist Grombühl.“ Pohl saß selbst schon auf den Treppen, hat die Sonne genossen und sich unterhalten. Für sie sind die Treppen hier in der Matterstockstraße ein Treffpunkt. „Und das soll auch so bleiben.“