14.10.2019 | Bayernreporter Bär an der Grenze gesichtet: Ist er auf dem Weg nach Bayern?

An der bayerisch-österreichischen Grenze ist ein Braunbär in eine Fotofalle getappt. Zuletzt gesichtet wurde er am Plansee in Tirol. Almbauern sind in Sorge.

Foto: PRIVAT

Berechenbar sind diese Tiere auf jeden Fall nicht.

Sie haben eine enorme Kraft, können bis zu 50 km/h schnell laufen und wiegen bis zu 370 Kilogramm. So einem Tier geht man lieber aus dem Weg.

Nur wenige Kilometer von der bayerischen Grenze wurde nun ein Braunbär gesichtet. Er tappte vergangene Woche (7.-13.10.) in die Fotofalle in der Nähe des Plansees bei Tirol in einem kaum von Menschen besuchten Waldgebiet.

Das dies wohl derselbe Bär ist, der auch im Juni 2019 geknipst wurde, ist laut dem Reutter Bezirksjägermeister Arnold Klotz, zu vermuten. Dieser wurde damals im Bergwanger Tal gesichtet und ist nun schon 4 Monate im Grenzgebiet unterwegs. Da sich zwei Bären eigentlich nicht in einer Region aufhalten, ist es sehr wahrscheinlich das dies derselbe Braunbär ist. 

Wie gefährlich ist der Bär?

Klotz meint, das Tier sei unauffällig und scheu, somit also keine Gefahr. Der Grund: Das Waldgebiet wird kaum besucht. Die Weidenbesitzer müssten sich auch keine Sorge machen, da der Bär wohl erst einen Hirsch gerissen hat und kein Weidetier.

Doch Bären gefährden hochgradig die Almwirtschaft. Erst Im Juni ist ein Bär im Pitztal in eine eingezäunte Weide eingedrungen und tötete drei Schafe. Im Juli waren es acht Schafe. Verantwortlich hierfür war wohl auch ein Bär. Nur durch die Verwesung der Kadaver lies sich das nicht mehr sagen. Daher sorgen sich die Tiroler Landwirte, da die Weidentiere im Stall, wie auf einem Silbertablett serviert sind.

Wie schütze ich mich?

Der jetzige Braunbär ist männlich, also eher keine Gefahr. „Eine größere Gefahr bilden die weiblichen Bären und die Jungtiere“, erklärt Christine Lettl vom Tiroler Jägerverband.

Zu empfehlen ist es deshalb, sich bei Wanderungen in Gebieten, wo Bären auftreten können, in Gruppen zu bewegen. Wenn ihr trotzdem einen Bären antrefft, rät der Tiroler Jägerverband: ruhig verhalten und den Bären auf sich aufmerksam machen, z.B. mit lautem Reden. Der Bär müsste daraufhin verschwinden, denn Bären sind prinzipiell scheue Tiere.

Keinesfalls sollten Wanderer wegrennen oder auf Bäume klettern: Bären seien schneller und können besser klettern als Menschen, so Lettl.