11.02.2019 | Bayernreporter Cathy Hummels - Instagram-Urteil zu Werbung vertagt

Am Montag (11.02.2019) wurde vor dem Münchener Landgericht die Klage gegen Cathy Hummels und deren Instagram-Posts verhandelt. Das Urteil steht noch aus.

Foto: Tobias Hase/dpa

Vor dem Münchener Landgericht wurde am Montag (11.02.2019) verhandelt, ob Cathy Hummels auf Instagram Schleichwerbung gepostet hat. Das Gericht hat das Urteil auf den 29. April 2019 vertagt. Die Klägerseite möchte nachprüfen, ob Cathy Hummels für die betreffenden Posts Geld erhalten hat oder nicht. Hummels beteuerte vor Gericht erneut ihre Unschuld. Bei der Frau von Bayern-Spieler Mats Hummels geht es um 15 Postings, bei denen angeblich ein Hinweis auf Werbung fehlt. Neben den Produkten, die sie auf Instagram präsentiert hatte, verlinkte sie außerdem die dazugehörigen Unternehmensseiten. Gegen eine Abmahnung hat sie keinen Widerspruch eingelegt. Die restlichen Postings werden aktuell verhandelt. 

Kläger kein Unbekannter

Kläger ist der Verband Sozialer Wettbewerb mit Sitz in Berlin. Schon 2017 mahnte der Verband viele Influencer ab, wegen angeblich mangelnder Hinweise auf Werbung. Darauf folgte auch ein Urteil vom Landgericht Berlin. Darin ging es um die Instagrammerin Vreni Frost. Auch hier hatte der Verband Sozialer Wettbewerb geklagt. Gegenstand der Verhandlung waren Instagram-Posts und Verlinkungen zu Unternehmen. Das Gericht sah zwei von drei Posts als nicht gekennzeichnete Werbung an. Es gab viel Verunsicherung in der Szene, vorsorglich haben Influencer jeden Post als Werbung gekennzeichnet, um eine mögliche Abmahnung zu umgehen. 

Cathy Hummels nahe an dem Berliner Fall

Die große Frage bleibt: Wann ist ein Post Werbung und wann nicht? Viele kritisierten das Urteil vom Landgericht Berlin, da es unbezahlte Produkttests mit dem Urteil auch schon als Werbung einordnete.  Gerade bei Influencern ist es oft schwer zu trennen, ob es sich um einen „privaten" Post handelt oder um einen „geschäftlichen". Nach einer Berufung von Vreni Frost konkretisierte das Kammergericht Berlin in der nächsten Instanz das Urteil, indem es nochmal klar gestellt hat: Die Umstände der Posts entscheiden darüber, ob etwas Werbung ist oder nicht. In dem Fall von Vreni Frost handelte es sich bei den beanstandeten Posts um Werbung, da die Links den Absatz von diesen Unternehmern fördern würden.

Folgen des Urteils in München

 Das Hummels-Urteil könnte wegweisend für andere Influencer werden. Wie schon der Prozess von Vreni Frost in Berlin gezeigt hat, können solche Rechtssprüche eine große Signalwirkung haben und die Leitlinien zur Kennzeichnungspflicht von Werbung maßgeblich beeinflussen.