20.05.2020 | Bayernreporter Gemeinden in der Alpenregion sauer: Touristen sollen mehr Rücksicht nehmen

Durch die Lockerungen der Corona-Beschränkungen nutzen viele das schöne Wetter für Ausflüge in Bayern. Die Bürgermeister in den Alpenregionen fürchten aber einen Kollaps und rufen die Touristen zu mehr Rücksicht auf.

Foto: Sina Schuldt/dpa

Der Bürgermeister von Kochel am See, Thomas Holz (CSU) ärgert sich über eine zunehmende Rücksichtslosigkeit von Touristen in der Gemeinde. "Wir freuen uns wirklich jeder über jeden Gast. Aber wir ärgern über die Rücksichtslosigkeit vieler Touristen, zum Beispiel wenn Straßen, Privatgrundstücke oder sogar Rettungswege zugeparkt werden oder Müll liegen gelassen wird", so Holz im ANTENNE BAYERN Interview.

Lange Staus an den Wochenende und in den Ferien

Gerade an den Wochenenden oder in den Ferien gibt es oft lange Staus in den Gemeinden. Auch über Falschparker ärgern sich die Gemeinden. Die Zufahrtsstraßen sind dann nur noch einspurig befahrbar. "Oftmals werden so auch Rettungsfahrzeuge behindert", so Holz.

Der Bürgermeister ruft die Touristen auf mehr Rücksicht im Straßenverkehr zu nehmen und wenn möglich auch flexible Arbeitszeiten unter der Woche für Ausflüge zu nutzen. 

Verstärkte Kontrollen

Zukünftig will die Gemeinde die kommunale Verkehrsüberwachung weiterausbauen und so konsequenter gegen Falschparker vorgehen. Zugleich fordern Thomas Holz und weitere Bürgermeister aus beliebten Ausflugsregionen das bayerische Innenministerium auf, die Gemeinden durch mehr Polizeipersonal zu unterstützen.

Denkbar wäre auch ein Ticketssystem für besonders frequentierte Tage. Eine Reaktion aus dem bayerischen Innenministerium gibt es aber noch nicht.

Viele Urlauber werden erwartet

Gerade durch die Auswirkungen des Corona-Virus geht Thomas Holz davon aus, dass viele Menschen ihren Urlaub in diesem Jahr in Deutschland verbringen werden. In diesem Fall drohe den Alpenregionen in Bayern ein Kollaps, da die Infrastruktur nur begrenzt sei.