09.04.2019 | Bayernreporter Bundesweiter Vergleich: Womit Radler in Bayern happy und unzufrieden sind

Parkende Autos auf zu schmalen Radwegen, schlechte Wegführungen an Baustellen, ungünstige Ampelschaltungen und fehlende Mitnahmemöglichkeiten in Bus & Bahn: Den Radfahrern in Bayern stinkt so einiges. Nur eine Stadt kann überzeugen.

Foto: Tobias Hase/dpa

Die Radfahrer in Bayern haben ihren Kommunen ein überwiegend schlechtes Zeugnis ausgestellt. Lediglich Erlangen schaffte es beim aktuellen Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs in die bundesweite Spitzengruppe, wie der ADFC-Landesverband in München mitteilte. Bei der Familienfreundlichkeit führen die Mittelfranken sogar die Rangliste in ihrer Größenklasse an.

Insgesamt aber habe sich Bayern nicht weiterentwickelt, sondern folge dem bundesweiten Trend sinkender Zufriedenheitswerte, sagte die Landesvorsitzende Bernadette Felsch. „Im Regelfall reicht es nur für eine befriedigende oder gar ausreichende Bewertung - vor allem in puncto Sicherheit.“

Das bereitet den Radfahrern am meisten Sorgen

Aus Sicht der Radler sind vor allem Falschparker, die mit ihren Autos oder Lastern auf den Radwegen stehen, ein besonders großes Problem. Auch die Wegführung in Baustellen sowie die Ampelschaltungen für Radler bekommen schlechte Noten, ebenso wie die fehlende Breite der Radwege. „Die alarmierende Botschaft ist, dass sich die Radfahrenden nicht sicher fühlen“, erläuterte Felsch. Auch fehlende Mitnahmemöglichkeiten für Fahrräder im öffentlichen Nahverkehr würden allerorts bemängelt. 

Die Ergebnisse bayerischer Städte im Detail

Hier die Ergebnisse der zehn größten Städte und der Spitzenreiter Bayerns in den sechs Kategorien, die der ADFC im Fahrradklima-Test abgefragt hat:

  • Mehr als 500.000 Einwohner (bundesweit 14 Städte): München auf Platz 6; Nürnberg auf Platz 7
  • 200.000 bis 500.000 Einwohner (bundesweit 25 Städte): Augsburg auf Platz 6
  • 100.000 bis 200.000 Einwohner (bundesweit 41 Städte): Erlangen auf Platz 2; Ingolstadt auf Platz 7; Regensburg auf Platz 13; Fürth auf Platz 18; Würzburg auf Platz 31
  • 50.000 bis 100.000 Einwohner (bundesweit 106 Städte): Aschaffenburg auf Platz 28; Bayreuth auf Platz 36; Bamberg auf Platz 37
  • 20.000 bis 50.000 Einwohner (bundesweit 311 Städte): Memmingen auf Platz 24
  • weniger als 20 000 Einwohner (bundesweit 186 Städte): Gunzenhausen auf Platz 10
ADFC prophezeit Scheitern von Radl-Plänen der Staatsregierung

Ohne konkreten Maßnahmenplan werde der Freistaat sein Ziel, den Anteil des Radverkehrs bis 2015 von derzeit 11 auf dann 20 Prozent zu steigern, verfehlen, betonte Felsch. Bei der bundesweiten Online-Umfrage hatten vergangenen Herbst mehr als 19.000 Menschen aus dem Freistaat mitgemacht und die Fahrradfreundlichkeit ihrer jeweiligen Städte und Gemeinden in zahlreichen Kategorien bewertet.

Mach den Radl-Test!