18.12.2019 | Bayernreporter Mobbing mit falscher Todesanzeige in Nördlingen: Verdächtiger Schüler gesteht

Dieser Mobbing-Fall an einer Realschule in Nördlingen hat bundesweit für Entsetzen gesorgt. Die Polizei ermittelte wegen einer falschen Todesanzeige, die einen 13-jährigen Schüler der Schule betrifft. Nun hat der als Verfasser verdächtigte Schüler (14) die Tat eingeräumt.

Foto: Nicolas Armer/dpa

+++ UPDATE Mittwoch (18.12.): Teilgeständnis des Verdächtigen +++

Mit einer falschen Todesanzeige ist in Schwaben ein Schüler gemobbt worden. Wie die Polizei am Montag (16.12.) berichtete, war am vergangenen Freitag eine Traueranzeige in einer Zeitung erschienen, in der der angebliche Tod des 13 Jahre alten Schülers mitgeteilt wurde.

Im Rahmen weiterer Vernehmungen bei der Kripo Dillingen hat der 14-jährige Tatverdächtige zwischenzeitlich die ihm zur Last gelegten Taten größtenteils eingeräumt. Was die Motivlage betrifft, wird weiter ermittelt. Die Polizei teilt aber mit, dass das Motiv nach jetzigen Erkenntnissen wohl im „Persönlichkeitsbild des offenbar IT-affinen Jugendlichen“ zu suchen ist.

Mitschüler für Mobbing verantwortlich

Nach den bisherigen Ermittlungen soll der 14 Jahre alte Mitschüler der betroffenen Schule in Nördlingen (Landkreis Donau-Ries) die Todesanzeige aufgegeben haben. Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Jugendlichen wurden nach Angaben der Polizei Beweismittel sichergestellt. Der beschuldigte Schüler sei im Beisein seiner Eltern zu den Vorwürfen befragt worden. Der Verdächtige streite eine Beteiligung an dem Erscheinen der gefälschten Anzeige aber ab. Weitere Details zu dem Fall nannten die Ermittler nicht.

Schon zuvor hatte die Polizei wegen Mobbings an der Realschule ermittelt. Im November hatte die Kripo mitgeteilt, dass fünf Mädchen und Buben der achten Jahrgangsstufe Opfer der Angriffe über soziale Medien wurden. Den Kindern wurden unter anderem pornografische Inhalte übermittelt. „Außerdem fand eine Belästigung durch zahlreiche Callcenter-Anrufe statt“, hieß es damals.