07.01.2020 | Bayernreporter Personalmangel: Grundschullehrer in Bayern sollen länger arbeiten

Im Kampf gegen den Lehrermangel zeigt das bayerische Kultusministerium eine Reaktion. Grundschullehrer sollen ab dem nächsten Schuljahr länger unterrichten.

Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Um den Lehrermangel aufzufangen, müssen Grundschullehrer zukünftig eine Stunde pro Woche mehr unterrichten. Das teilte der bayerische Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) heute in München mit. Die Regelung soll ab dem kommenden Schuljahr in Kraft treten. 

Zudem dürfen Grundschullehrer nur noch in Ausnahmefällen vor dem 66. Lebensjahr in Rente gehen. Auch Grundschullehrer mit Teilzeitverträgen sollen betroffen sein. Hier steigt die Mindeststundenzahl und eine längere Auszeit soll zukünftig nicht mehr möglich sein.

Alle Maßnahmen sollen nur vorübergehend sein, teilte Piazolo auf einer Pressekonferenz mit. Zudem hoffe das Kultusministerium auf Freiwillige, die den Ruhestand hinausschieben oder die Stundenanzahl bei Teilzeitarbeit aufstocken. 

Bayerischer Lehrerverband kritisiert Vorhaben

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband lehnt die geplanten Maßnahmen strikt ab. „Es sei unerträglich, dass es ausgerechnet die Kolleginnen und Kollegen an den Grund- und Mittelschule treffe. Sie haben bereits jetzt schon die höchste Unterrichtsverpflichtung und werden dafür auch noch schlechter bezahlt als andere Lehrkräfte“, moniert BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann.