09.05.2019 | Bayernreporter #metoo - Immer mehr Sexualdelikte in München werden angezeigt

Der Hashtag #metoo hat nicht nur in sozialen Netzwerken für Aufsehen gesorgt, scheinbar hat auch ein Umdenken bei den Betroffenen stattgefunden. In München gab es im letzten Jahr einen rasanten Anstieg an angezeigten Sexualdelikten.

Die Zahl der angezeigten Sexualdelikte ist in der Landeshauptstadt München 2018 deutlich gestiegen. Das geht aus Zahlen der Staatsanwaltschaft München hervor. Demnach wurden im vergangenen Jahr 1.531 Sexualstraftaten angezeigt - das sind knapp 27 Prozent als im Jahr 2017. Als Grund für die steigenden Zahlen an Delikten, die angezeigt werden, sieht Oberstaatsanwältin Veronika Gieser die Debatte um #metoo. Hierdurch sollen Frauen ein anderes Bewusstsein entwickelt haben, was okay ist und wo sexuelle Belästigung oder Gewalt anfängt.

Als weitere Ursache für die steigenden Zahlen sieht die Staatsanwalt München die Verschärfung des Sexualstrafrechts Ende 2016. Seitdem steht nämlich auch sexuelle Belästigung unter Strafe. Auch hier stiegen die angezeigten Fälle von 232 (Jahr 2017) auf 414 (Jahr 2018).

Im Jahr 2017 wurde die MeToo-Debatte erstmal öffentlich geführt. Unter dem Hashtag #MeToo posteten vor allem Frauen in sozialen Netzwerken millionenfach ihre Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen.