04.11.2019 | Bayernreporter Nach AfD-Hetze gegen Nürnberger Christkindl: Benigna Munsi "noch motivierter"

Der rassistische Kommentar eines AfD-Kreisverbandes gegen das Nürnberger Christkind sorgt für Entsetzen. Benigna Munsi reagiert mit Größe, Nürnbergs Oberbürgermeister wählt deutliche Worte und spricht von „Menschenfeindlichkeit“.

Foto: Nicolas Armer/dpa Das neugewählte Nürnberger Christkind, Benigna Munsi.

Nach dem Eklat wegen eines rassistischen Kommentars auf der Facebook-Seite eines AfD-Kreisverbandes hat Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) das neugewählte Nürnberger Christkind Benigna Munsi in Schutz genommen. „Man müsste lachen, wenn man nicht wüsste, dass diese Typen es ernst meinen, aber man könnte heulen über so viel Menschenfeindlichkeit“, sagte Maly am Sonntag (03.11.) in Nürnberg.

Das Nürnberger Christkind habe in der Vergangenheit immer wieder „blödsinnige Kommentare“ verursacht. „Mal gefiel manchen die Nase nicht, manchen die Sommersprossen. Und es gab auch schon ethnisch konnotierte Kommentare. Aber heute sind wir in einer offen rassistischen Konnotation.“ Die überwältigend vielen Reaktionen gegen den Post des AfD-Kreisverbands München-Land zeigten jedoch, „dass unsere Demokratie auch im Netz Haltung und Menschenwürde zeigt“, so das Nürnberger Stadtoberhaupt.

User in sozialen Netzwerken verteidigen Nürnberger Christkind

Benigna Munsi sagte, es gehe ihr gut. „Ich bin vor allem überrascht über die positive Resonanz, die ich bekomme, die vielen positiven Nachrichten. Sie sagen ‚Kopf hoch, nicht alle Menschen sind so negativ eingestellt. Aber wir stehen hinter Dir.‘ Darüber habe ich mich sehr gefreut.“ Und die 17-Jährige betont: „Es tut mir leid für die Menschen, die mit so einer Sicht durch die Welt gehen und sich nicht mit offenen Augen auf das fokussieren können, was wichtig ist, vor allem in der Weihnachtszeit.“

Foto: Nicolas Armer/dpa Der Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, Ulrich Maly (SPD, r) findet nach dem Eklat deutliche Worte gegen die AfD.
Geschmacklose Anspielung aus AfD-Reihen

Die 17-Jährige war am Mittwoch von einer Jury einstimmig zum neuen Christkind von Nürnberg für die nächsten zwei Jahre gewählt worden. Einen Tag später postete der AfD-Kreisverband München-Land das Bild der 17-Jährigen und schrieb darüber in Anspielung auf die Ausrottung der Ureinwohner Amerikas: „Nürnberg hat ein neues Christkind. Eines Tages wird es uns wie den Indianern gehen.“

Munsi ist gebürtige Nürnbergerin, ihr Vater ist indischer Herkunft und besitzt nach eigenen Worten seit 1999 ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft, ihre Mutter ist ebenfalls Deutsche.

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