12.08.2019 | Bayernreporter Nach Armbrust-Rätsel in Passau: Kripo legt Schlussbericht vor

Es ist der rätselhafteste Kriminalfall des Jahres – ganz Bayern hat im Frühjahr 2019 aufgehorcht, als in einer Passauer Pension drei leblose Menschen gefunden wurden – erschossen durch eine Armbrust. Jetzt ist der Fall in größten Teilen aufgeklärt.

Foto: Matthias Schrader/AP/dpa

Die Kriminalpolizei hat ihren vorläufigen Abschlussbericht zum Passauer Armbrustschützen-Rätsel nach monatelangen Ermittlungen und Obduktionen der Staatsanwaltschaft übergeben. Jetzt weiß man, wie sich der ganze Fall zugetragen haben soll.

Zwei der drei Beteiligten sind vorher mit K.o.-Tropfen bewusstlos gemacht worden, dabei handelt es sich um den 53-jährigen Mann und eine 33-jährige Frau, die tot im Bett des Zimmers in der Pension gefunden wurden. Die dritte Beteiligte, eine 30-jährige Frau, hat beide mit der Armbrust erschossen und danach auch sich selbst. Laut LKA war das möglich.

Warum kam es zur Tat?

Alle drei gehörten einem sektenähnlichen Zirkel an. Der 53-jährige Mann sah sich als Weltverbesserer, glaubte an Wiedergeburt. Er ging davon aus, dass er schon mehrmals auf der Welt war. Mit dem geplanten Tod wollte er, dass die drei wiedergeboren werden – in einer neu geschaffenen Welt.

Die Kontakte zu den Familien waren völlig abgerissen. Auch die beiden toten Frauen in Wittingen/Niedersachsen haben sich deshalb umgebracht. Die Frauen waren ihm offenbar auch sexuell hörig, dazu hat er sie wohl auch psychologisch „beraten“. Er gab sich als Psychologe aus, ob er aber über einen Abschluss verfügt, ist nicht bekannt.

Warum wurde Passau als Tatort ausgewählt?

Das sei wohl Zufall gewesen, heißt es von den Ermittlern. Die Gruppe habe einen Ort mit einer „gewissen Aura“ gesucht. „Zuvor waren sie in einem Chalet im Salzburger Land, da hatte ihnen die Aura offenbar nicht zugesagt“, heißt es.

Wie geht’s weiter mit dem Schlussbericht?

Die Kripo geht von einem „einvernehmlichem Geschehen“ aus. Nach Lesen der vier Leitz-Ordner wird sich die Staatsanwaltschaft Passau entscheiden, ob sie das auch so sieht. Falls ja, wird der Fall zu den Akten gelegt.