24.04.2018 | Bayernreporter Nach tödlicher Schlägerei in Passau: Videoportal für Zeugen soll Polizei helfen!

Zum Tod des 15-jährigen Jugendlichen in Passau gibt es für die Ermittler noch viele Fragezeichen. Die Polizei hat jetzt ein Online-Portal freigeschaltet, über das Zeugen Fotos und Videos hochladen können. Das Material könnte Aufschluss geben, warum die Schlägerei so eskalierte.

  • <p>Nach dem Tod eines 15-Jährigen bei einer Schlägerei in Passau steht das Obduktionsergebnis fest: Der Junge ist an seinem eigenen Blut erstickt.</p>

    Nach dem Tod eines 15-Jährigen bei einer Schlägerei in Passau steht das Obduktionsergebnis fest: Der Junge ist an seinem eigenen Blut erstickt.

    dpa/Passauer Woche
  • <p>Am Tatort haben Passauer&nbsp;Kerzen in Gedenken an den getöteten Jugendlichen&nbsp;aufgestellt.</p>

    Am Tatort haben Passauer Kerzen in Gedenken an den getöteten Jugendlichen aufgestellt.

    Foto: Armin Weigel/dpa
  • <p>Die Tat ereignete sich in der Passauer Innenstadt bei einer Einkaufspassage. Laut einem Streetworker des Jugendamtes handelt es sich dabei um einen bei jungen Leuten beliebten Treffpunkt.</p>

    Die Tat ereignete sich in der Passauer Innenstadt bei einer Einkaufspassage. Laut einem Streetworker des Jugendamtes handelt es sich dabei um einen bei jungen Leuten beliebten Treffpunkt.

    dpa/Passauer Woche
  • <p>Das Entsetzen über die brutale Tat&nbsp;in Passau ist groß.</p>

    Das Entsetzen über die brutale Tat in Passau ist groß.

    Foto: Armin Weigel/dpa
  • <p>Die Ermittler suchen nun dringend nach Zeugen, die das Geschehen beobachtet haben. Insbesondere bat die Polizei eine Dame mit Hund - vermutlich einem Mops - sich zu melden, sie soll das Geschehen beobachtet haben.</p>

    Die Ermittler suchen nun dringend nach Zeugen, die das Geschehen beobachtet haben. Insbesondere bat die Polizei eine Dame mit Hund - vermutlich einem Mops - sich zu melden, sie soll das Geschehen beobachtet haben.

    dpa/Passauer Woche

Im Fall des bei einer Schlägerei in Passau getöteten 15-Jährigen kursiert offenbar ein Video im Internet. "Gerüchte deuten darauf hin", sagt Oberstaatsanwalt Walter Feiler gegenüber ANTENNE BAYERN.  Die Polizei hat daher am Mittwoch (19.4.) ein Online-Portal freigeschaltet, auf dem anonym Fotos, Videos und Audioaufnahmen hochgeladen werden können.

Die Ermittler hoffen darauf, dass sie Informationen bekommen – wo dieses Video zu sehen ist. Außerdem könnte das Material mehr Aufschluss geben, was am Tatort in der Unterführung „Am Schanzl“ geschehen ist bzw. wie die Tat abgelaufen ist. Hier können Zeugen ihre Aufnahmen der Polizei übermitteln.

Upload-Portal für Zeugen

Körperverletzung mit Todesfolge steht als Vorwurf im Raum

Noch immer gibt es viele Fragen zum Tathergang. Zwar haben drei der fünf Tatverdächtigen bereits Schläge auf den getöteten Jungen zugegeben, aber es ist unklar, welche Schläge letztlich dazu geführt haben, dass der 15-Jährige kurze Zeit später im Krankenhaus starb. Ein weiterer habe sich nicht geäußert und einer bestreite, an der Tat beteiligt gewesen zu sein, sagte Oberstaatsanwalt Walter Feiler. Den Tatverdächtigen wird Körperverletzung mit Todesfolge zur Last gelegt.

Ermittlungen wie ein großes Puzzle

Nun müssten die Aussagen mit den Berichten von Zeugen und dem Obduktionsergebnis abgeglichen werden. "Um zu schauen, ob sich ein einheitliches Bild ergibt. Das ist wie ein großes Puzzle." Die Tatverdächtigen im Alter von 14, 15, 17, 21 und 25 Jahren waren nach der Schlägerei am Montagabend festgenommen worden. Für den 14-Jährigen ordnete ein Haftrichter einen Unterbringungsbefehl in einer geschlossen pädagogischen Einrichtung an. Gegen die anderen Untersuchungshaft. Allen wird Körperverletzung mit Todesfolge zur Last gelegt.

Motiv üble Nachrede?

Zum Motiv sagte Feiler, das spätere Opfer soll nach Aussage des 15-Jährigen schlecht über ihn geredet haben. "Was auch immer das heißen mag." Die beiden gleichaltrigen Kontrahenten hatten sich am Montagabend verabredet, um einen Streit auszutragen. Die Auseinandersetzung eskalierte, weitere junge Leute mischten sich ein. Der 15-Jährige ging verletzt zu Boden und starb wenig später in einem Krankenhaus. Laut Obduktion erstickte er an seinem eigenen Blut.

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