19.03.2019 | Bayernreporter Neue Art in Bayern: Wie gefährlich ist die riesige Stinke-Schlange?

Für Menschen mit Schlangenphobie ein Albtraum, für Reptilienfreunde ein Sensationsfund: In Bayern wurde eine neue Schlangenart entdeckt. Wie sie heißt und warum der Fund besonders ist, erfahrt ihr hier.

  • Die Weibchen der Alpen-Barrenringelnatter können bis zu 1,30 Meter lang werden.

    Die Weibchen der Alpen-Barrenringelnatter können bis zu 1,30 Meter lang werden.

    Foto: Frank Glaw/ZSM
  • Bei Bedrohung geben die Alpen-Barrenringelnattern eine stark stinkende Flüssigkeit ab, die sich mehrere Stunden hält und nur schwer abzuwaschen ist. 

    Bei Bedrohung geben die Alpen-Barrenringelnattern eine stark stinkende Flüssigkeit ab, die sich mehrere Stunden hält und nur schwer abzuwaschen ist. 

    Foto: Frank Glaw/ZSM
  • Die Ringelnatter hat links und rechts am Kopf jeweils einen hellen Fleck.

    Die Ringelnatter hat links und rechts am Kopf jeweils einen hellen Fleck.

    Foto: Michael Franzen/ZSM

Oft gelten die Meere als wenig erforscht, doch auch an Land gibt es immer wieder neues zu entdecken: Die Alpen-Barrenringelnatter wurde in Bayern gesichtet. Forscher der Zoologischen Staatssammlung in München fanden das Tier jetzt in der Alpenregion. Gesichtet wurden Exemplare bei

  • Garmisch-Partenkirchen,
  • an der Isar bei Mittenwald,
  • im Inntal
  • und bei Sachrang.
Sind die Alpen-Barrenringelnattern gefährlich?

Artverwandte Reptilien werden über einen Meter lang, Weibchen sogar bis zu 1,30 Meter. Für den Menschen sind sie zum Glück trotz der enormen Größe ungefährlich. In Gefahrensituationen flüchten die Nattern meistens. Falls sie mutiger sein sollten, zischen sie laut und täuschen Bisse an. Allerdings beißen sie selten zu und selbst wenn, ist das für euch unbedenklich. 

Bei besonders starker Bedrohung geben die Barrenringelnattern eine bestialisch stinkende Flüssigkeit ab. Dieser Gestank hält sich dann über Stunden und lässt sich nur sehr schwer abwaschen. Falls auch diese Abwehrreaktion den Schlangen nicht hilft, stellen sie sich tot, indem sie ihr Maul öffnen und die Zunge raushängen lassen.

So erkennt ihr die neue Art

Obwohl der Name das vielleicht erahnen lässt, ist die Barrenringelnatter keine Unterart der Ringelnatter und genetisch eigenständig. Normale Ringelnattern haben oft helle Flecken links und rechts am Kopf. Bei Barrenringelnattern sind diese Flecken dunkler oder gar nicht erst vorhanden.

Woher kommt die Stinke-Schlange?

Bisher waren die Alpen-Barrenringelnattern nur aus der Region von den Südalpen bis in die westlichen Teile von Tirol bekannt. Die Forscher der Zoologischen Staatssammlung gehen davon aus, dass die Tiere nach der letzten Eiszeit über die Alpen nach Deutschland gekommen sind. 

Ungewöhnlich ist, dass die Alpen-Barrenringelnattern so lange unerkannt geblieben sind. Mit ihrer Größe sind sie auffällig. Vielleicht sind die Tiere auch schon von Spaziergängern gesehen worden, aber für den Laien sind sie auf den ersten Blick kaum von ihren Verwandten zu unterscheiden.

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