05.12.2018 | Bayernreporter Nikolaus und Buttnmandl in Berchtesgaden

Der Advent ist im Berchtesgadener Land nicht unbedingt die stillste Zeit im Jahr. Wenn die Tage kürzer werden, die Schatten länger und es immer früher dunkel wird, galt es vor Jahrhunderten, die Natur wieder zu neuem Leben zu erwecken. Ein solcher Lärmbrauch wird von den Buttnmandln praktiziert.

  • <p>Der Nikolaus als Bischof auf dem Schloßplatz.</p>

    Der Nikolaus als Bischof auf dem Schloßplatz.

  • <p>Er verteilt Süßigkeiten an die Kinder.&nbsp;</p>

    Er verteilt Süßigkeiten an die Kinder. 

  • <p>Mit dabei ist auch ein Schar Engerl.</p>

    Mit dabei ist auch ein Schar Engerl.

  • <p>Früher ein Fruchtbarkeitsritus.........</p>

    Früher ein Fruchtbarkeitsritus.........

  • <p>...... heute Begleiter des Nikolaus – die Buttnmandl</p>

    ...... heute Begleiter des Nikolaus – die Buttnmandl

Es sind wilde Gesellen, die am Nikolaustag durch das Berchtesgadener Tal ziehen, die Kramperl und Buttnmandl. Schon früher waren sie zur Zeit der Wintersonnenwende unterwegs, sollten ursprünglich die winterliche Natur mit den schneebedeckten Feldern, Wiesen und Almen wieder zu neuem Leben erwecken und zwar durch das Buttn - Scheppern oder Rütteln - großer Glocken. Die Buttnmandl sind in langes Stroh eingebunden. Fellmasken und große, um die Taille gebundene Glocken vollenden das furchteinflößende Aussehen. Die in Fell gekleideten "Kramperl" halten die Buttnmandl zusammen und geben die Anordnungen des Nikolaus an die Gruppe, die sogenannte Bass weiter. Dabei haben die Buttnmandl und Kramperl die sogenannte "Lebensrute", eine Weidenrute die man mit einem Schlag um die Beine zu spüren bekommt. Auch sie ist ein Symbol der Fruchtbarkeit. 

Der christliche Nikolaus trägt im Berchtesgadener Land die Kleidung eines Bischofs. Vielfach wird er vom "Nikoloweibl", einem in Mädchentracht gekleideten Buben, begleitet. Ist der Besuch bei den Kinder vorbei und der Nikolaus hat seine Geschenke verteilt, wird in einem vorher bestimmten Bauernhof die Stube ausgeräumt - Buttnmandl und Kramperl befördern jeden, der sich in der Stube befindet, ins Freie. Auch dieser Brauch sollte die bösen Geister aus dem Haus verbannen, damit die Fruchtbarkeit wieder Einzug halten kann. Den Buttnmandln kann man im Ortsteil Loipl bereits am 1. Advent, in Winkl am 2. Advent und in Maria Gern erst am Heiligen Abend nachmittags begegnen. Am Nikolaustag selbst und Nikolausvorabend setzt das laute Treiben mit Einbruch der Dunkelheit in vielen anderen Gemeinden und Gnotschaften des Berchtesgadener Tals ein.