27.10.2016 | Bayernreporter ​Platte statt Stecker – Deggendorf entwickelt erstes kabelloses Ladesystem für E-Autos

Tanken und sitzen bleiben, ein Traum für alle Autofahrer. Für Fahrer von Elektroautos könnte er bald in Erfüllung gehen. Forscher der Technischen Hochschule Deggendorf haben jetzt das weltweit erste berührungsfreie, kabellose Schnellladesystem gebaut, das auch für den Straßenverkehr zugelassen ist.

  • Bild: Technische Hochschule Deggendorf

    Im E-WALD Teilprojekt ILS (Induktive Lade-System) hat die Technische Hochschule Deggendorf eine Schnelladeplatte für Elektroautos entwickelt. Das Fahrzeug wird mit Hilfe des integrierten Positioniersystems über die Ladeplatte gefahren. Das bedeutet: Kein Aussteigen bei schlechtem Wetter und kein lästiges Stecker anstecken mehr.

    Bild: Technische Hochschule Deggendorf
  • Bild: Technische Hochschule Deggendorf

    Die Forschungsgruppe verspricht noch einen weiteren Vorteil: Nicht nur das Starten des Ladevorganges bei schlechtem Wetter kann nun deutlich komfortabler von statten gehen. Die bisherige Ladezeit können auch von sechs Stunden auf unter eine halbe Stunde verkürzt werden.

    Bild: Technische Hochschule Deggendorf
  • Bild: Technische Hochschule Deggendorf

    Im Rahmen des Projektes haben die Forscher zwei Autos für das berührungsfreie kabellose Schnellladen umgerüstet. Die Wissenschaftler erproben außerdem verschiedene äußere Gegebenheiten des neuen Ladesystems. Ein Ladeplatz wurde in einem Parkhausbereich in Deggendorf gewählt und ein zweiter auf einem Außenparkplatz im wintererprobten Teisnach.

    Bild: Technische Hochschule Deggendorf

Im Herbst und vor allem im Winter, da haben es Autofahrer gerne warm im Wagen: Also Umluft an, Sitzheizung an und die Welt ist in Ordnung. Aber irgendwann muss man eben doch aussteigen – zum Beispiel zum Tanken. Und vor allem bei Elektroautos ist der Griff zum Ladekabel gefürchtet, da kann es schon sehr eisig an den Fingern werden.

Eine neue Entwicklung der Technischen Hochschule Deggendorf schafft Abhilfe. Die Forscher haben das weltweit erste berührungsfreie und kabellose Schnellladesystem gebaut – das auch für den Straßenverkehr zugelassen ist. Der Ladevorgang läuft damit wesentlich komfortabler – und flotter ab. Statt stundenlangem Laden ist mit der kabellosen Technik das E-Auto nach einer halben Stunde vollgetankt. Und das Beste daran: Man kann im Auto sitzen bleiben – und muss nicht aussteigen, um das Ladekabel in eine Steckdose zu stecken.

Um die induktive Ladetechnik für die Zukunft serienreif zu machen, proben die Wissenschaftler mithilfe von zwei umgebauten Elektrofahrzeugen und zwei berührungslosen Ladestandorten in Deggendorf und Teisnach. Die Standorte sind sowohl im Tiefgaragen- und Parkhausbereich als auch im Außenbereich mit den klimatischen Herausforderungen des Bayerischen Walds geschaffen worden, um die Effizienz der Ladestellen vergleichen zu können.

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