26.02.2019 | Bayernreporter Regensburg: Jüdische Gemeinde hat eine neue Synagoge

500 Jahre nach der Zerstörung der ersten Synagoge in Regensburg hat die jüdische Gemeinde in der Oberpfälzer Stadt ein neues Gebetshaus. Die Eröffnung findet am Mittwoch (27. Februar) statt. So sieht die neue Synagoge aus.

  • Die neue Synagoge in Regensburg. 500 Jahre nach der Zerstörung der ersten Synagoge hat die jüdische Gemeinde der Stadt ein neues Gebetshaus.

    Die neue Synagoge in Regensburg. 500 Jahre nach der Zerstörung der ersten Synagoge hat die jüdische Gemeinde der Stadt ein neues Gebetshaus.

    Foto: Armin Weigel/dpa
  • Eine Tafel mit der Abbildung von einem Davidstern und einem Chanukkaleuchter sind vor der neuen Synagoge in Regensburg angebracht.

    Eine Tafel mit der Abbildung von einem Davidstern und einem Chanukkaleuchter sind vor der neuen Synagoge in Regensburg angebracht.

    Foto: Armin Weigel/dpa
  • Der Blick ins Innere: Hier werden die Gläubigen in der neuen jüdischen Synagoge künftig beten.

    Der Blick ins Innere: Hier werden die Gläubigen in der neuen jüdischen Synagoge künftig beten.

    Foto: Armin Weigel/dpa
  • Blattgold wird auf eine Tür in der neuen Regensburger Synagoge angebracht.

    Blattgold wird auf eine Tür in der neuen Regensburger Synagoge angebracht.

    Foto: Armin Weigel/dpa
  • Im Gebetssaal wurde außerdem ein großes Stück Stoff mit einem Davidstern ausgelegt.

    Im Gebetssaal wurde außerdem ein großes Stück Stoff mit einem Davidstern ausgelegt.

    Foto: Armin Weigel/dpa

500 Jahre nach der Zerstörung der ersten Synagoge in Regensburg bekommt die jüdische Gemeinde in der Oberpfälzer Stadt jetzt ein neues Gebetshaus. Dessen Eröffnung findet am Mittwoch (27. Februar) statt - und somit gut 80 Jahre nach der Reichskristallnacht mit dem Beginn der organisierten Judenverfolgung im Nationalsozialismus und der Zerstörung der damaligen Synagoge. 

Synagoge kostete neun Millionen Euro

Der neun Millionen Euro teure Bau befindet sich in der Altstadt und unweit des Doms auf dem Grundstück, auf dem bis 1938 die vorherige Synagoge stand. Der schlicht gehaltene Kuppelbau fügt sich in die Umgebung ein. Die sandfarbenen Backsteinziegeln sollen Beständigkeit symbolisieren, sagte Architekt Per Pedersen aus Berlin am Dienstag. 

Frauen und Männer beten getrennt

Große Fester stünden - trotz aller erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen - für Offenheit und Öffnung nach Außen hin. Der helle Gebetsraum ist mit Holzlamellen verschalt. Aufgrund der Akustik sind keine Lautsprecher erforderlich. Die Synagoge folgt dem orthodoxen Ritus und ist nach Osten - also nach Jerusalem - hin ausgerichtet. Frauen und Männer sitzen getrennt.

Am Mittwoch sollen in einer Zeremonie die drei Thorarollen aus dem bisherigen Gebetsraum in die neue Synagoge gebracht werden, wie Gemeindevorsitzende Ilse Danziger sagte. Zu der Eröffnung werden der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, und Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) erwartet.

Jüdische Gemeinde Regensburg ist älteste in Bayern

1519 waren die Juden aus Regenburg vertrieben worden. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts hatten sie sich in der Stadt wieder angesiedelt und zunächst eine ehemalige Kirche als Gebetshaus genutzt. Als diese baufällig wurde, errichtete die Gemeinde eine Synagoge, die 1912 eröffnet und bis zu ihrer Zerstörung 1938 genutzt wurde. 

Die Anfänge der jüdischen Gemeinde in Regensburg reichen mindestens bis ins 10. Jahrhundert zurück. Damit ist sie eine der ältesten jüdischen Gemeinden im deutschsprachigen Raum. Der Neubau war nach Angaben der Gemeinde - sie zählt heute rund 1.000 Mitglieder - auch aus Kapazitätsgründen wichtig.