19.08.2019 | Bayernreporter Rotes Kreuz warnt: Zu viele Baustellen in Bayern gefährden Rettungseinsätze

Gerade für Autofahrer ist Bayern gefühlt ein Land voller Baustellen. Die Freude über intakte Straßen hält sich in Grenzen. Vielmehr sieht das Bayerische Rote Kreuz sogar seine Arbeit extrem erschwert. Die Helfer fordern nun eine bessere Absprache der zuständigen Behörden mit den Rettungsdiensten.

Foto: Peter Kneffel/dpa

Zig Baustellen gerade zur Urlaubszeit erschweren laut Bayerischem Roten Kreuz (BRK) Rettungseinsätze. „Hierdurch werden Anfahrtswege für Rettungsfahrzeuge verlängert, teilweise unmöglich gemacht“, teilte die Organisation in München mit. So würden manchmal durch Baustellen beispielsweise Durchgangsstraßen zu Altenheimen, Schulen oder Arztpraxen komplett unzugänglich.

Rettung von Menschenleben wird erschwert

BRK-Präsident Theo Zellner betonte, es gehe nicht um irgendeine Dienstleistung, die behindert wird, sondern um die Rettung von Menschenleben. „Vor allem während der Ferien ist die Situation besonders heftig.“ Einer internen Erhebung zufolge kämpften mehr als 60 Prozent der Dienstbereiche mit einer Vielzahl an Baustellen.

BRK verlangt bessere Infos seitens Behörden

Das BRK fordert, dass Bauämter Rettungsdienste intensiver in die Planungen einbeziehen. „In vielen Fällen fehlt das Verständnis, den Rettungsdienst als unverzichtbares Element der Daseinsvorsorge wahrzunehmen“, sagte Zellner. Zudem seien bessere Informationen über Baustellen wichtig. Dann könnten sich Mitarbeiter vor Schichtbeginn aktuelle Straßensperrungen und Umleitungen anschauen und diese Strecken meiden. In Einzelfällen funktioniere die Zusammenarbeit.

Teils dreispurige Straßen würden auf eine Spur reduziert, nannte das BRK als Beispiel. Fahrzeuge könnten dann nicht ausweichen. Damit Hilfsfristen eingehalten werden können, müssten die Organisationen zusätzliche Rettungswagen einsetzen.