15.01.2020 | Bayernreporter Wird München ein eigener Regierungsbezirk? Söder stellt Pläne vor

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will die Verwaltung in Bayern drastisch umbauen. Im Kampf gegen den Bevölkerungsrückgang in Nord- und Ostbayern sollen insgesamt 3.000 Verwaltungsstellen aus München dorthin verlagert werden. So sehen die Pläne für die Regionen im Detail aus und das hat Söder mit der Landeshauptstadt selbst im Sinn...

Foto: Lino Mirgeler/dpa

Auf Tausende Beschäftigte des Freistaats kommt eine große Behördenverlagerung zu. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat dazu am Mittwoch (15.01.) entsprechende Pläne vorgestellt. Welche Behörden bis 2030 wo hin kommen sollen, haben wir unten nach Regierungsbezirken aufgelistet. 

Bekommt Bayern einen neuen Regierungsbezirk?

Ebenfalls steht nun die Frage im Fokus: Wird die Stadt München künftig ein eigener bayerischer Regierungsbezirk? Das jedenfalls will Söder prüfen lassen. München könnte dann eine eigene Bezirksregierung bekommen und würde nicht mehr von der Regierung von Oberbayern mitverwaltet werden.

Söder will München aber ausdrücklich nicht als Stadtstaat wie Hamburg oder Berlin haben. Die Stadt sei so stark gewachsen, dass eine Verwaltung durch die Regierung von Oberbayern nicht mehr zeitgemäß sei, so Söder. Das ist die vermutlich spektakulärste Maßnahme, die Söder bei der Klausur der CSU-Landtagsfraktion in Seeon vorgestellt hat. Die aktuellen Regierungsbezirke gibt es in seit der Kreisreform im Jahr 1837/1838.

Oberfranken

  • Hochschule für den öffentlichen Dienst - Fachbereich Finanzwesen nach Kronach
    Rund 400 Studienplätze zusätzlich sollen von Herrsching nach Kronach gehen, zuzüglich Lehr- und Unterstützungspersonal (knapp 70 Beschäftigte).
  • Sicherheitsschwerpunkt mit Neugründung Polizeibeschaffungsamt in Hof
    Rund 300 Beschäftigte

Unterfranken

  • Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (Teilverlagerung) nach Bad Kissingen
    Dienststelle München mit rund 100 Beschäftigten
  • Bearbeitungsstelle des Finanzamts München in den Raum Schweinfurt
    Rund 300 Beschäftigte aus München

Oberpfalz

  • Landesamt für Finanzen in den Raum Weiden
    Rund 300 Beschäftigte aus München

Niederbayern

  • Grundsteuerfinanzamt in den Raum Zwiesel
    300 überwiegend neue Mitarbeiter
  • Neugründung Verwaltungsgericht in Freyung-Grafenau
    40 Beschäftigte

Mittelfranken

  • Verwaltungsgerichtshof nach Ansbach
    Rund 120 Beschäftigte aus München
  • Landesanwaltschaft nach Ansbach
    Rund 40 Beschäftigte aus München

Schwaben

  • Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr (Teilverlagerung) nach Augsburg
    Rund 200 Beschäftigte

Oberbayern

  • Regierung von Oberbayern
    Rund 1.000 Beschäftigte aus München. Davon 500 Beschäftigte in den Raum Ingolstadt und 500 Beschäftigte in den Raum Rosenheim.
Mehr als 13.000 neue Studienplätze bis 2023

Im Zuge der Hightech-Agenda sollen in den kommenden drei Jahren außerdem mehr als 13.200 neue Studienplätze an allen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern entstehen. Es wäre das größte Ausbauprogramm im Hightech-Bereich, welches es je im Freistaat gegeben hat.

Im Detail sieht das Konzept etwa 9.200 Informatikstudienplätze und rund 4.000 für andere Technikbereiche wie Luft- und Raumfahrt vor. Auf die Landeshauptstadt München entfielen demnach mehr als 2.330, auf Passau 388, Deggendorf 481, Landshut 243 und Straubing 224 Studienplätze.

Im Raum Erlangen und Nürnberg sollen in Summe etwa 1.000 Plätze neu geschaffen werden, Regensburg kann auf 658 neue Studierende hoffen, Würzburg auf 612 und Amberg/Weiden auf 105. Im oberbayerischen Neuburg sollen 740 Plätze an der dortigen Niederlassung der TH Ingolstadt platziert werden. Übergreifend soll es ferner 1.590 Plätze im Zuge des Wettbewerbs für Künstliche Intelligenz sowie 448 für weitere Hochschulkooperationen geben.