23.09.2018 | Bayernreporter Sturmtief "Fabienne" trifft Bayern mit voller Wucht

Sturmtief "Fabienne" fegt in der Nacht von Sonntag auf Montag über Bayern hinweg und hinterlässt Verwüstung. Orkanartige Böen sorgen vielerorts für Stromausfälle und Verletzte. Eine Frau aus Oberfranken stirbt, ein kleiner Junge schwebt in Lebensgefahr. Bahn- und Flugverkehr sind betroffen.

  • <p class="text-center">Ein Feuerwehrmann zersägt in Eppelheim einen Baum, der durch einen Sturm auf ein Haus gestürzt ist.</p>

    Ein Feuerwehrmann zersägt in Eppelheim einen Baum, der durch einen Sturm auf ein Haus gestürzt ist.

    Foto: R.Priebe
  • <p>Die Zerstörung und Verwüstung durch Sturmtief "Fabienne" fordert bereits erste Opfer</p>

    Die Zerstörung und Verwüstung durch Sturmtief "Fabienne" fordert bereits erste Opfer

    Foto: Bernd März
  • <p>Bereits am Abend forderte das Unwetter ein erstes <strong>Todesopfer.</strong>&nbsp;Im oberfränkischen Ebrach wurde eine Frau von einem Baum erschlagen.</p>

    Bereits am Abend forderte das Unwetter ein erstes Todesopfer. Im oberfränkischen Ebrach wurde eine Frau von einem Baum erschlagen.

    Foto: R.Priebe
  • <p>Auch auf dem Oktoberfest gab es eine Unwetterwarnung und das Festgelände musste geräumt werden.</p>

    Auch auf dem Oktoberfest gab es eine Unwetterwarnung und das Festgelände musste geräumt werden.

    Foto: Felix Hörhager
  • <p>Die Schäden durch den Orkan, sorgen für Behinderungen im Straßen- und Bahnverkehr.</p>

    Die Schäden durch den Orkan, sorgen für Behinderungen im Straßen- und Bahnverkehr.

    Foto: Andreas Rosar
  • <p>Vielerorts liegt der Zugverkehr lahm. Hier&nbsp;warten immer noch viele Pendler und Reisende auf den nächste Möglichkeit, um nach&nbsp;Hause zu kommen.</p>

    Vielerorts liegt der Zugverkehr lahm. Hier warten immer noch viele Pendler und Reisende auf den nächste Möglichkeit, um nach Hause zu kommen.

    Foto: Daniel Karmann

Sturmtief «Fabienne» fordert Todesopfer und verursacht große Schäden

Der erste schwere Sturm im kalendarischen Herbst hat am Sonntag ein Todesopfer gefordert und große Schäden in Süd- und Mitteldeutschland verursacht. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk waren an vielen Orten im Dauereinsatz. Auch die Reisepläne Tausender wurden durcheinandergewirbelt.

Außerhalb Bayerns wurde ein vierjähriger Junge in Baden-Württemberg von einem umstürzenden Baum lebensgefährlich verletzt. Eine Orkanböe kippte in Epfenbach im Rhein-Neckar-Kreis eine große Buche auf das Auto, in dem das Kind saß. Laut Polizei erlitt der Junge dabei schwere Kopfverletzungen und wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen.

Im oberfränkischen Ebrach wurde eine 78-Jährige Frau auf einem Campingplatz von einem Baum erschlagen. Die Frau erlitt schwerste Verletzungen und starb noch an der Unfallstelle. Die Mitarbeiter in einem Krankenhaus im oberfränkischen Naila wurden am Sonntagabend von den Wassermassen überrascht. Über den Eingangsbereich war massiv Wasser in das Gebäude eingetreten.

In Niederbayern verzeichnete das Polizeipräsidium bis 21.30 Uhr "nur" rund hundert wetterbedingte Einsätze. Vor allem mussten die Einsatzkräfte umgefallene Bäume oder umherfliegende Teile wegräumen. Hier gab es ersten Informationen zufolge einen Leichtverletzten im Landkreis Straubing-Bogen in Geiselhöring.

In Oberbayern kam es zu rund 200 Einsätzen. Auf das Stadtgebiet Ingolstadt allein entfielen davon 65 Einsätze. Überwiegend wurden umgestürzte Bäume, Zäune oder Schilder sowie Äste auf der Straße gemeldet. Einige Unterführungen wurde überflutet. Keller blieben trocken. Verletzte gab es im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen. Die Personen zogen sich jeweils leichte Verletzungen zu. Auch auf der Wiesn mussten die Besucher nach einer Unwetterwarnung im Zelt bleiben und wurden aufgefordert, das Gelände zu verlassen oder Schutz in den Zelten zu suchen. Um 22 Uhr wurde die Warnung wieder aufgehoben.

In der Oberpfalz gab es am Abend etwa 330 unwetterbedingte Einsätze. Sieben bis zehn Leichtverletzte verzeichnete die Polizei in der Stadt Neumarkt. Dort fiel ein Kirtabaum auf ein Festzelt. Weitere drei Verletzte sind bei leichtern Verkehrsunfällen gemeldet worden.

Wie viele Schäden das Sturmtief genau angerichtet hat, wird im Laufe des Vormittags ermittelt. 

Einschränkungen im Bahnverkehr - Bäume auf Gleise oder Oberleitungen gestürzt

In der Nacht waren noch die Fernverkehrsstrecken zwischen Würzburg und Nürnberg sowie zwischen Nürnberg und Stuttgart beziehungsweise Nürnberg und Regensburg gesperrt. Unwetterschäden schränkten den Verkehr am Sonntag stundenlang ein. Einige Strecken waren auch am frühen Montagmorgen noch nicht wieder freigegeben. 

In Stuttgart, München, Nürnberg, Regensburg und Basel stellte die Bahn Hotel-Züge bereit, um gestrandete Fahrgäste unterbringen zu können. Die Bahn kündigte an, dass es auch noch am Montagmorgen zu Einschränkungen kommen kann.

Auch der Flughafen Frankfurt - Deutschlands größter Airport - meldete am Sonntagabend Probleme. Aufgrund des Wetters kam es zu Verzögerungen und vereinzelten Flugausfällen. Etwa zwei Dutzend Flüge waren vor allem zwischen 16 und 18 Uhr annulliert worden, wie die Website des Flughafens zeigte. Fluggäste wurden noch am Abend gebeten, ausreichend Zeit für die Anreise einzuplanen.

Die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes war noch bis Mitternacht gültig. Danach wurde sie aufgehoben. Das Sturmtief «Fabienne» ist im Laufe der Nacht abgezogen und hat Deutschland in Richtung Österreich verlassen.