06.06.2020 | Bayernreporter Tödliches Gift in Getränkeflaschen: Polizei nimmt eine Tatverdächtige fest

In mehreren Supermärkten in München wurden zuletzt manipulierte Getränkeflaschen mit einer tödlichen Dosis Gift gefunden. Die Polizei hat jetzt eine Tatverdächtige festgenommen.

Foto: Symbolbild

Nach dem Fund mehrerer Getränkeflaschen mit potenziell tödlichem Gift in Münchner Supermärkten hat die Polizei eine Tatverdächtige festgenommen. Es handle sich um eine 56-Jährige aus dem Großraum München, teilte ein Sprecher der Polizei am Samstag mit.

Vier Fälle bisher bekannt

Insgesamt sind vier Fälle bekannt geworden. Dabei hatten Kunden in kleinen Mengen aus den vergifteten Flaschen getrunken und anschließend über Übelkeit, Schwindel und Kreislaufbeschwerden geklagt. Zwei Frauen im Alter von 34 und 42 Jahren mussten sofort medizinisch behandelt werden. 

Auch in einer vierten - noch nicht verkauften - Flasche fanden die Ermittler Gift. Die durchgeführten Ermittlungen durch die Polizei ergaben einen Tatzusammenhang. 

Ermittlungen gehen in alle Richtungen

Die Münchner Polizei hat für die weiteren Ermittlungen die SOKO Tox gegründet. Der Tatvorwurf lautet auf versuchten Mord. Tatmotive sind bislang noch unklar.

Warnhinweis der Polizei

Um weitere Fälle zu vermeiden, warnt die Polizei die Bevölkerung:

Es wird dringend empfohlen beim Kauf von Getränkeflaschen mit Schraubverschluss auf die Unversehrtheit des Sicherungsrings zu achten. Teilweise waren an den bisher festgestellten vier Flaschen sichtbare Verunreinigungen feststellbar. Bereits beim Öffnen einer Flasche kann hier unter Umständen ein auffälliger Geruch wahrgenommen werden. Der Geschmack wurde von den bisher betroffenen Personen als bitter und künstlichchemisch beschrieben. Bei einer entsprechend verdächtigen Flasche sollte die Substanz nicht entsorgt werden, sondern umgehend der Notruf der Polizei, die 110, verständigt werden.

Personen, die eine solche manipulierte Flasche gekauft haben oder sonstige sachdienliche Hinweise geben können, sollen sich unter der Telefonnummer 089/2910-0 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle melden.