27.06.2019 | Bayernreporter Vergewaltigung mit Wolfsmaske in München: Polizei fasst Verdächtigen

Im Fall der von einem Mann mit Wolfsmaske vergewaltigten Elfjährigen hat die Münchner Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Es handelt sich um einen 43-jährigen Deutschen, der durch einen DNA-Nachweis überführt werden konnte.

Foto: Wera Engelhardt/dpa

Nach der Vergewaltigung einer Elfjährigen in München ist der Polizei ein schneller Fahndungserfolg gelungen: Zwei Tage nach der Tat wurde ein Verdächtiger festgenommen. Das sagte Sprecher Marcus da Gloria Martins am Donnerstag (27.06.). Nach Angaben der Beamten war das Mädchen am Dienstag im Münchner Stadtteil Obergiesing von einem maskierten Mann überfallen, in ein Gebüsch gezogen und schwer sexuell missbraucht worden.

Twitter: Pressekonferenz der Polizei München

Täter ist einschlägig vorbestraft

Bei dem Beschuldigten handelt es sich um einen 43-jährigen Deutschen, geboren in München. Die Polizei gibt an, dass er in seiner Wohnung nicht anzutreffen gewesen sei, aber am Arbeitsplatz gegen 10 Uhr festgenommen wurde. Er schweigt zu den Vorwürfen.

Der mutmaßliche Täter sitzt jetzt in der JVA Stadelheim. Am Freitag soll er dem Haftrichter vorgeführt werden. Die Staatsanwaltschaft will einen Haftbefehl beantragen, die Vorwürfe lauten auf: schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, Nötigung und Vergewaltigung. Der Täter ist einschlägig vorbestraft, er hat bereits acht Einträge im BundeszentralregisterDer Mann war sogar in der geschlossenen Psychatrie untergebracht, er wurde aber wieder entlassen. Bereits 2010 wurde er zu vier Jahren und elf Monaten Haft verurteilt.

So wurde der Mann überführt

Überführt worden sei der Mann durch einen Treffer in der DNA-Datenbank, sagte Ermittler Ignaz Raab. Im Intimbereich und an der Unterwäsche des Mädchens sei „tatrelevante männliche DNA“ sichergestellt worden. Es gebe zudem Videoaufnahmen, die den Verdächtigen und das Mädchen zusammen zeigen. Die Wolfsmaske wurde bei einer Durchsuchung der Wohnung des Verdächtigen bisher nicht gefunden.

Nach Aussage des Opfers hatte der Mann während der Tat neben der Maske auch Latexhandschuhe getragen, hatte die Polizei weiter mitgeteilt. Er habe dem Mädchen und dessen Familie nach dem Überfall mit dem Tod gedroht, sollte sie jemandem von dem Vorfall erzählen. Das Mädchen sei dabei körperlich leicht verletzt worden. Die Beamten hegten keine Zweifel daran, dass die Schilderungen des Opfers zutreffend sind.

Ermittlungsgruppe nach Delikt eingerichtet

Die Ermittlungsgruppe „Wolf“ aus 25 Polizisten fahndete nach dem Täter. Gleichzeitig gingen nach Angaben eines Polizeisprechers vom Donnerstag zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung bei der Behörde ein. An Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen in dem Gebiet seien Polizisten präsent, sagte der Sprecher.

Landläufig werde eine Tat wie die in Obergiesing als Vergewaltigung bezeichnet, hatte da Gloria Martins am Mittwoch erklärt. Juristisch handele es sich wegen des jungen Alters des Opfers um einen Fall schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern.