12.02.2019 | Bayernreporter Warnstreiks im öffentlichen Dienst: Diese Regionen in Bayern sind betroffen

Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten im öffentlichen Dienst zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen. Ab Dienstag kann es deshalb in allen Einrichtungen mit Angestellten des Freistaats zu Einschränkungen kommen, etwa Uni-Kliniken, Autobahnmeistereien oder Polizei. Theoretisch könnte es auch Schulen treffen.

Foto: Armin Weigel/dpa

Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten des Freistaats zu ganztägigen Warnstreiks in dieser Woche aufgerufen. Den Anfang machen am Dienstag (12.02.) verschiedene Dienststellen im Raum Rosenheim.

Am Dienstagmorgen haben erste Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes die Arbeit niedergelegt. In Rosenheim beteiligten sich laut Verdi 120 Beschäftigte. Konkret betroffen sind:

  • der Straßenbau,
  • die Flussmeisterstellen
  • die Staatlichen Bauämter in Traunstein und Rosenheim,
  • die Autobahn- und Straßenmeistereien in Rosenheim, Ampfing, Hausham, Siegsdorf, Holzkirchen und Freilassing. 

Verdi zufolge soll die Aktion aber keine Auswirkungen auf den Verkehr haben. „Nicht alle Kolleginnen und Kollegen beteiligen sich. Genug Arbeiter werden heute im Einsatz sein, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Der Winterdienst wird weiterhin gewährleistet, sodass Leib und Leben der Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet werden“, sagte Robert Metzger von Verdi Rosenheim.

Am Mittwoch (13.02.) folgen Warnstreiks in der Oberpfalz und in Würzburg. Für die unterfränkische Stadt hat Verdi folgende Dienststellen zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen:

  • Julius-Maximilians-Universität
  • Bayerische Landesanstalt für Wein- und Gartenbau
  • Studentenwerk Würzburg
  • Staatliches Berufliches Schulzentrum für Gesundheitsberufe Würzburg

In Würzburg seien auch Beschäftigte der Uniklinik zu Streiks aufgerufen, und zwar alle Schichten und Arbeitszeiten zwischen 5 Uhr morgens und 23 abends, teilte Verdi mit. In der Stadt ist außerdem eine Kundgebung geplant. Am Donnerstag (14.02.) ist dann die Landeshauptstadt München betroffen.

Die genauen Dienststellen, in denen es zu Warnstreiks kommt, werden bisher noch nicht genannt. Klar ist aber: Möglich sind Arbeitsniederlegungen in allen Einrichtungen mit Angestellten des Freistaats. Vorstellbar sind unter anderem Autobahnmeistereien oder Polizei-Dienststellen. Theoretisch könnte es auch Schulen treffen. Allerdings sind die meisten Lehrer verbeamtet und dürfen nicht streiken. Hier halten wir euch zu Schulausfällen permanent auf dem Laufenden.

Darum geht es im Tarifstreit

Die Gewerkschaft fordert für die Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro mehr. Pflegebeschäftigte sollen zusätzlich 300 Euro mehr erhalten. «Die Lohnentwicklung der Beschäftigten der Länder hinkt deutlich hinter der Gesamtwirtschaft und der im übrigen öffentlichen Dienst hinterher», sagte Verdi-Tarifexperte Peter Hoffmann. 

Druck vor dritter Verhandlungsrunde erhöht

In Bayern betrifft der Tarifvertrag rund 100 000 Beschäftigte. Die dritte Verhandlungsrunde für alle Länder außer Hessen beginnt am 28. Februar in Potsdam. Die Länder haben die Forderungen von Verdi und Deutschem Beamtenbund als überzogen zurückgewiesen. Ein Angebot haben sie noch nicht vorgelegt.