24.01.2020 | Bayernreporter Wende bei Gewalttat von Starnberg: 2 Verdächtige festgenommen – einer gesteht

Der erweiterter Suizid von Starnberg ist möglicherweise doch Mord. Bisher ging die Polizei davon aus, dass der Sohn seine Eltern und sich selbst erschossen hatte. Jetzt wurden aber zwei Tatverdächtige festgenommen.

Foto: Lino Mirgeler / dpa

War das Familiendrama von Starnberg doch kein erweiterter Suizid? Bisher ist die Polizei davon ausgegangen, dass der Sohn der Familie seine beiden Eltern und sich selbst erschossen hat. Jetzt gibt es aber eine neue Spur.

Der Fall

Im Einfamilienhaus fand die Kripo Anfang Januar die leblosen Körper der 60 Jahre alten Frau und ihres 64-jährigen Ehemannes – erschossen. Der mutmaßliche Todesschütze, der 21-jährige Sohn – ebenfalls tot. Am Tatort langen zwei Pistolen neben ihm.  Nun der neue Verdacht: Vielleicht war er doch nicht der Täter?

Neue Erkenntnisse

Intensive Ermittlungen zur Waffenherkunft haben jetzt einen neuen Tatverdacht ergeben. Die Polizei hat mehrere Waffen und Munition sichergestellt - und: zwei Verdächtige festgenommen. Offenbar hatten sie den Tatort manipuliert, um den Verdacht auf den Sohn der Familie zu lenken. 

Bei Zeugenbefragungen geriet ein 19-jähriger Bekannter des Sohns ins Visier der Beamten. Die Beamten durchsuchten seine Dachgeschosswohnung in Olching und fanden dort ein Waffenarsenal – darunter auch Kriegswaffen, Munition und Stoffe, die zur Herstellung von Sprengstoff dienen können.

Täter geständig

Bei dem 19-Jährigen war ein 18-jähriger Bekannter zu Gast. Beide wurden festgenommen. Dann das Geständnis: Der 19-Jährige habe die Familie erschossen und anschließend den Tatort so aussehen lassen, als sei der ebenfalls getötete Sohn der Familie der Täter. Ein Handyvideo, das der Verdächtige selbst gefilmt hatte, bestätigt die Aussage. Der 18-Jährige hatte den mutmaßlichen Schützen zur Tat nach Starnberg gefahren und wieder abgeholt.

Die Staatsanwaltschaft München II hat nun Haftantrag gestellt – wegen Mordes bzw. Beihilfe dazu und wegen Verbrechens im Sinne des Kriegswaffenkontrollgesetzes.