10.06.2020 | Deutschland Ab Samstag: Thüringen hebt als erstes Bundesland das Kontaktverbot auf

Jetzt ist es beschlossene Sache: Thüringen hebt ab Samstag (13.06.2020) vor allen andern Bundesländern das Kontaktverbot auf. Außerdem folgen auch zahlreiche Lockerungen in anderen Lebensbereichen.

Foto: Martin Schutt/dpa

Nachdem Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) schon Ende Mai ankündigte, Thüringen würde durch "selbstverantwortendes Maßhalten" schneller zur Normalität zurückkehren wollen als andere Bundesländer, ist dies jetzt offiziell bestätigt worden. 

Ab kommendem Samstag (13.06.2020) wird das bisher geltende Kontaktverbot in ein Gebot umgewandelt. Damit geht einher, dass sich ab diesem Zeitpunkt auch wieder mehrere Angehörige unterschiedlicher Haushalte treffen dürfen, ohne dass es Kontrollen von Polizei und Ordnungsämtern gibt.

Die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften bleibt weiterhin bestehen.

Gebote bleiben aber bestehen

Innerhalb des neu aufgesetzten Gebotes appelliert die Politik aber, man solle sich trotzdem nur mit Angehörigen eines zweiten Haushaltes oder insgesamt maximal zu zehnt treffen. Thüringens Sozialministerin Heike Werner sagt hierzu :"Mehr Freiheit bedeutet auch mehr Verantwortung für den Einzelnen“.

Diese weiteren Lockerungen gibt es in Thüringen

Neben der Umwandlung von Ver- zu Gebot dürfen auch Privat- und Familienfeiern wieder stattfinden. Diese müssen nur angemeldet werden, wenn die Feierlichkeiten in Innenräumen mit mehr als 30 Personen und unter freiem Himmel mit mehr als 75 Personen stattfinden.

Auch die Freizeitwirtschaft soll jetzt wieder angekurbelt werden. Ab Samstag dürfen Konzerte, Lesungen und Kinovorführungen wieder stattfinden, dass allerdings unter strengen Hygienevorschriften. Das gleiche gilt auch für Schwimm- und Freizeitbäder, sowie für Thermen. 

Dorf- und Volksfeste sollen aber auch weiterhin nicht stattfinden, auch wenn das Bundesland in Einzelfällen Ausnahmeregelungen vorsieht.

Kritik aus den eigenen Reihen

Es gibt aber auch Kritik aus den eigenen Reihen an den Lockerungen. Regierungskollege und Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sagte hierzu: „Das ist eine Entscheidung an der Realität vorbei".

Ministerpräsident Ramelow entgegnete der Kritik und verwies auf die sinkenden Infektionszahlen in Thüringen.